Druckschrift 
Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
Seite
766
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

J

I

11

I

AA&'

766

Physikalische Eigenschaften der Mineralien.

Je nachdem die Form der Mineralien sich mehr oder weniger derKugelform nähert, bezeichnet man dieselbe als kuglig, elliptisch oderoval, mandelförmig, traubig, nierenfö rmig, knollig.

Einzelne Mineralien, z. B. Kalksinter, zeigen eine Form, wie sie durchdas Erhärten allmählig auffallender Tropfen entsteht. Man bezeichnet dieseForm als stalaktitisch oder tropfsteinf örmig. Andere Mineralienhaben eine dr ah tf örmige . haarförmige, röhrenförmige, ge-strickte, bäum förmige äussere Gestalt. In sehr dünnem Ueberzugeohne blättrigen Zusammenhang nennt man die Mineralien angeflogen,mit diesem Zusammenhange Blättchen oder Schuppen.

Mineralien, welche sich durch Höhlungen, Vertiefungen oder Er-höhungen auszeichnen, bezeichnet man als blasig, wenn sie im Innernmit zerstreuten, runden, hohlen Räumen (Blasenräumen) versehen sind; sinddiese Räume sehr klein und zahlreich wie z. B. beim Bimstein, so bezeich-net man sie als porös. Sind die Vertiefungen oder Höhlungen nichtrund, sondern unregelmässig, so nennt man derartige Mineralien zellig.

Innere Formen. So wie die amorphen Mineralien keine regel-mässige Oberfläche, keine in bestimmten Winkeln verbundene Flächen undBlätterdurchgänge zeigen, so ermangeln sie auch einer regelmässigen in-nern Structur oder Spaltbarkeit. Sie bieten, wenn man sie zerschlägt, nurunregelmässige Theilungsflächen. Diese unregelmässigen Theilungsflächennennt man Bruch, die erhaltenen Stücke Bruchstücke.

Der Bruch ist für die Charakteristik der unkrystallinischen Minera-lien sehr wichtig. Je nach der Innigkeit des Zusammenhanges der klein-sten Theilchen der Mineralien und der davon abhängenden Gestaltung derBruchflächen unterscheidet man dichten, erdigen und schiefrigenBruch.

Dichter Bruch. Stehen die Theilchen in festem Zusammenhange,sind sie schwer zu trennen, so drückt sieh dies auch in einer dcmgemässenGestaltung der Bruchflächen aus; man bezeichnet diese Gestaltung alsdichten Bruch. Sind auf den Bruchflächen nur sehr unmerkliche Er-habenheiten oder Vertiefungen, so nennt man einen derartigen dichtenBruch eben; uneben wenn die Vertiefungen oder Erhabenheiten auffal-lend sind, dabei häufig vorkommen und unregelmässig oder eckig sind.Stellen dieselben grössere oder kleinere Kugelflächen dar, so nennt manden Bruch mu schiig; bilden die Bruchfiächen kleine kegelförmige mitder Spitze freistehende Theilchen, so nennt man den Bruch splittrig;hackig wenn die Spitze noch umgebogen ist.

Erdiger Bruch. Sind die Theilchen der Mineralien ohne jenenfesten Zusammenhang, daher auf ihren Bruchtheilen leicht in pulverförmigeGestalt trennbar wie z. B. bei der Kreide, so nennt man einen solchenBruch erdig.

Schiefriger Bruch, Amorphe Mineralien sind häufig durch Ab-lagerung in Schichten entstanden. Dies manifestirt sich noch gegenwär-tig durch die Art ihres Bruches. Sie sind leicht in parallele plattenförmigeStücke nach der durch ihre Ablagerung bedingten einen Richtung trenn-bar, dabei aber ohne kristallinische Structur. Man nennt einen solchenBruch schiefrig.

Physikalische Eigenschaften der Mineralien,

Die physikalischen Erscheinungen, welche an den Mineralien wahr-genommen werden, bezeichnet man wohl als deren physikalische Eigen-schaften. Vorzüglich sind es die Erscheinungen der Cohäsion, Adhäsion