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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Oryktognosie.

Oryktognosie. Die Oryktognosie [oqvxtos gegraben, yvmffu;Kenntniss) ist die eigentliche Naturgeschichte der einfachen Mineralien. Sielehrt uns diese nur für sich, nach ihren Merkmalen und Eigenschaftenkennen, ohne ihr Verhältniss und ihre Theilnahme an. der Erdbildung zuberücksichtigen. Quarz z. B. ist ein einfaches Mineral; die Charakteristikdes Quarz, die Unterscheidung desselben durch die ihm angehörenden Merk-male und Eigenschaften von andern Mineralien ist Gegenstand der Oryk-tognosie.

Geognosie, Die Geognosie (y!j die Erde, ypmaig Kenntniss) Erd-kenntniss lehrt uns die Zusammensetzung und Bildung des Erdganzen ken-nen. Sie zerfällt in die eigentliche Geognosie und in die Geologie.

Die Geognosie im engeren Sinne lehrt uns die aus den einfachenMineralien gebildeten Fels- oder Gebirgsmassen, d. h. diejenigen Gesteine,welche in grösseren Massen sich an der Bildung der Erdrinde betheiligen,nach ihrer Zusammensetzung, ihren allgemeinen Eigenschaften und den Ge-setzen uud Regeln ihrer Vertheilung kennen. Granit, eine Felsart die sichin mächtigen Massen an der Bildung der Erdoberfläche betheiligt, bestehtaus den einfachen Mineralien : Quarz, Glimmer und Feldspath. Die Charak-teristik und Unterscheidung des Quarzes, Glimmers und Feldspathes ist Ge-genstand der Oryktognosie; die Kenntniss der Zusammensetzung und derEigenschaften des Granits sowie seiner Vertheilung auf dem Erdkörper istGegenstand der Geognosie.

Geologie. Die Geologie (j^ die Erde, Xöyoc, die Lehre) lehrt unsdie Entwickelungs- und Bildungsgeschichte der Erde kennen, und hat, in-sofern die Gebirgsschichten den Anhalt dazu bilden, den Zweck das Ver-hältniss der Gebirgsarten an der Bildung des Erdkörpers nach ihrem Alterund ihrer Entstehung festzustellen. Die Frage über das Alter des Granits,über die Epoche seiner Bildung im Verhältniss zu den auf ihm oder unterihm liegenden Gesteinen hat die Geologie zu entscheiden.

Oryktognosie.

Allgemeine Oryktognosie.

Formenverhältnisse der Mineralien.

Die Mineralien erscheinen entweder regelmässig gestaltet, krystal-lisirt, oder ohne regelmässige Gestalt, amorph. (Seite 188.)

Krys tallisirte und krys tallin ische Mineralien.

Die Form der Krystalle der Mineralien ist ein sehr wichtiger Anhalts-punkt für die Charakteristik dieser, so dass die Krystallographie hier ihrewesentlichste Anwendung findet.

Der innere Bau der Mineralien. Insofern die Unterscheidungder krystallisirten Mineralien nicht durch ihre äussere Gestalt genugsamcharakterisirt ist, nimmt man hierzu auch den inneren Bau der Mineralienzu Hülfe. Dieser ist bei den meisten sehr verschieden und sehr charakte-ristisch. Die Kräfte, welche über die äussere Gestaltung der Mineralienentscheiden, haben selbst dort, wo der Ausbau derselben in vollkommenenKrystallen gehindert worden ist, doch über die innere Anordnung der Minera-lien theilchen entschieden. Diese Anordnung ist mehr oder weniger deut-lich nach Analogie der Krystallform, welche das Mineral bei vollkommener