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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Probeausführung.

2) Mit kohlensaurem Natron geprüft.

Reaction. In der inneren und äusseren Flamme indifferent.

V. Prüfung. Verhalten gegen Wasser. 20 Gran des Körpers wer-den in einem Kolben mit Wasser über der Weingeistlampe erhitzt.

Reaction. Der Körper hat sich vollständig in Wasser gelöst.

VI. Prüfung. Verhalten gegen Reagenspapier. Einen kleinen vonLösung V. abgesonderten Theil bringt man mit Lackmuspapier und Cur-cuma-Papier in Berührung.

Reaction. Der Körper reagirt alkalisch.

VII. Prüfung. Verhalten gegen Chlorwasserstoffsäure zur Erfor-schung der Basen, a) Ein kleiner Theil der Lösung V. wird in einem Rea-gensglas mit einigen Tropfen Chlorwasserstoffsäure, in Berührung gebracht;b) da keine Fällung erfolgt, wird die ganze in Prüfung V. erhaltene Lö-sung in dem Kolben bis zur sauren Reaction mit Chlorwasserstoffsäurevermischt.

Reaction a. Es erfolgt weder ein Niederschlag noch eine Fär-bung, es ist kein Silberoxyd, Quecksilberoxydul, Bleioxyd in der Lösung.

Reaction b. Es erfolgt sofortiges Aufbrausen. Das sich entwickelndeGas ist geruchlos. Es sind keine Schwefelalkalien in der Lösung. Ein andie Mündung des Kolbens gehaltenes brennendes Holzstückchen erlöscht. Dassich entwickelnde Gas ist Kohlensäure. Es ist ein kohlensaures Salz in derLösung. Da unter allen kohlensauren Salzen nur die kohlensauren Alkalienin Wasser löslich sind, und der zu untersuchende Körper sich gelöst hat, sokann er nur ein kohlensaures Alkali sein. Damit werden auch Prüfung VIII.IX., X., XL unnöthig. Diese und andere Folgerungen kommen dann vor,wenn dem Lernenden der Zweck und der Zusammenhang der einzelnen Prü-fungsabschnitte nur erst inne geworden ist, und derselbe nicht versäumt da-bei nachzudenken und zu combiniren. Hier werden diese Prüfungen aberdoch folgen, weil sie ja nicht eine Analyse des kohlensauren Natron, son-dern ein Schema vorstellen sollen, wie bei der Analyse überhaupt verfah-ren werden soll.

VIII. Prüfung. Verhalten gegen Schwefelwasserstoffgas. Die ganzein Prüfung V. erhaltene, in Prüfung VII. mit Chlorwasserstoffsäure behan-delte Lösung wird in einem Becherglase entweder mit der doppelten Mengefrisch bereiteten Schwefelwasserstoffwassers übergössen, oder in den Schwe-felwasserstoff- Apparate dem Durchströmen von Schwefelwasserstoffgasausgesetzt.

Reaction. Es entsteht keinerlei Trübung, Färbung oder Fällung.Es ist kein aus der sauren Lösung fällbares Metall vorhanden.

IX. Prüfung. Verhalten gegen Schwefelwasserstoff-Schwefelammo-nium. Die gesammte in Prüfung VIII. mit Schwefelwasserstoffgas behan-delte Lösung wird mit Aetzammoniak bis zur alkalischen Reaction ver-setzt, dann werden einige Tropfen Schwefelwasserstoff-Schwefelammoniumzugesetzt.

Reaction. Es erfolgt keinerlei Trübung, Färbung oder Fällung. Esist somit keine der durch Schwefelwasserstoff-.^chwefelammonium fällbarenKörper vorhanden.

X. Prüfung. Verhalten gegen kohlensaures Ammon. Die ge-sammte in Prüfung IX. erhaltene Flüssigkeit wird mit Chlorwasserstoff-saure bis zur sauren Reaction versetzt, so lange erwärmt bis aller Ge-ruch nach Schwefelwasserstoff verschwunden ist, filtrirt, mit kohlensaureAmmonlösimg bis zur alkalischen Reaction versetzt und bis zum Kochenerhitzt.