Probeausführung.
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Eigene Erfahrung und Beobachtung, die selbst gefolgerten Combinationen,gegenüber den ihm gebotenen durch das allgemeine chemisch - analyti-sche Forschen geschaffenen und erhärteten Thatsachen wird dem ein-zelnen Analytiker das ihm zu eigen werdende chemisch-analytische Wi ssen und die Fähigkeit der Verwendung dessel-ben schaffen.
Die Gelegenheit eigene Beobachtung zu machen, eigene Erfahrungzu erlangen, durch eigene Combination die ihm hier entgegenbrachtenThatsachen zu erhärten, soll der Zögling dadurch erlangen, dass er die20 nachfolgenden Analysen ihm bekannter Körper genau nach dem an-gegebenen Prüfungsschema ausführt. Wie dies zu geschehen habe, ist durchProbeausführung der ersten Analyse angedeutet worden. Unumgänglichnothwendig für die eigene Ausbildung ist, dass er die Prüfungen redlichausführte, wenn er auch voraussieht, dass sie erfolglos bleiben. Die Schlüsseaus der Erfolglosigkeit der Prüfungen sind oft ebenso wichtig, als jene ausden erfolgenden sichtbaren Phänomenen. Willkürlich ausgelassen darf keinePrüfung werden. Nur dann ist sie wegzulassen, wenn ihre Auslassungdurch die vorangegangenen analytisch begründet ist. Wenn und wo diesder Fall ist, wird dem Zögling die Erfahrung lehren.
Hat der Zögling die angegebene Untersuchung solcher ihm bekannterKörper ausgeführt, hat er an den beobachteten Reactionen das Verhaltenderselben gegen Reagentien kennen gelernt und so die Fähigkeit der Ent-scheidung über ihr Vorhandensein und ihre Identität erlangt, dann mag erdiese erlangte Fähigkeit bei der Untersuchung ihm unbekannter Körper —welche er sich zu solchen Zweck zu verschaffen hat — üben. Sie wirdihm, wenn er gewissenhaft zu Werke gegangen ist, nicht mangeln.
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Probeausführung.
100 Gran krystallisirtes kohlensaures Natron stellen den zu untersu-chenden Körper vor.
I. Prüfung. Ein kleiner Theil davon, ungefähr 1—2 Gran, wird ineinem trocknen Reagensgläschen allmälig erhitzt.
Reaction. Der Körper verkohlt nicht, er verändert seine Farbenicht, giebt keine Gasarten, ist nicht subiimirbar ■— aber er giebt W 7 asserab, dieses setzt sich an den kälteren Theilen der Röhre in Form von klei-nen Tropfen ab — der Körper ist wasserhaltig.
IL Prüfung. Ein kleiner Theil, etwa 1—2 Gran, wird in einer of-fenen Glasröhre bei Zutritt der Luft erhitzt, geröstet.
Reaction. Der Körper lässt keine schweflige, antimonige, arsenigeSäure und kein Sublimat erkennen.
III. Prüfung. Ungefähr 5 Gran werden auf Kohle vor dem Löth-rohr geschmolzen.
Reaction. Der Körper kommt leicht in Fluss, wird dann wiederfest, schmilzt von Neuem und zieht sich, ohne sich zu verflüchtigen undzu verdampfen , ohne Feuererscheinung, ohne einen Beschlag auf der Kohlezu geben, ohne eine Färbung zu erleiden und ohne ein Metallkorn zu ge-ben, in die Kohle hinein, die Reaction eines Alkalisalzes.
IV. Prüfung. Der Körper wird auf Platindraht vor der Löthrohr-flamme geglüht,
1) Für sich allein in der Spitze der Flamme geschmolzen.Reaction. Die Flamme erscheint gesättigt gelb. Es ist die Reac-tion eines Natronsalzes.
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