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Probe-Analysen
Entsteht aber eine solche schwarzbraune Färbung, so rührt sie davon her,dass das schwefelsaure Eisenoxydul zu schwefelsaurem Eisenoxyd umgewan-delt die Salpetersäure zu Stickstoffoxyd desoxydirt wird und dieses Stickstoff-oxyd mit dem unzersetzten Eisenoxydul die Färbung hervorbringt. Eine solchedurch Schwefelsäure und schwefelsaures Eisenoxydul, bei Abwesenheit vonJodverbindungen, erzeugte braunschwarze Färbung ist der sichere Nach-weis für vorhandene — Salpetersäure.
XX. Prüfung. Eisenchlorid. Es ist eine der officinellen or-ganischen Säuren aufzusuchen. Weinsäure, Ci trone nsä u re, Essig-säure, Bernsteinsäure, Benzoesäure, Gerbsäure. Und es sindSchwefelsäure, Phosphorsäure, Borsäure etc. nicht vorhanden. Die Flüs-sigkeit wird mit kohlensaurem Natron geprüft. Erfolgt ein Niederschlag,so wird sie mit Ueberschuss von kohlensaurem Natron gekocht und vomNiederschlag abflltrirt, die Flüssigkeit wird durch Eindampfen concentrirt,vollkommen neutral gemacht durch verdünnte Schwefelsäure, und es wer-den nur wenige Tropfen verdünnte Eisenchloridlösung hinzugetropft.
A. Die Flüssigkeit färbt sich nicht, es entsteht kein Niederschlag,Aetzammoniak bewirkt keine Fällung von Eisenoxydhydrat, essigsauresKali giebt aber in der mit Schwefelsäure angesäuerten Flüssigkeit einenkrystallinischen Niederschlag von doppelt-weinsaurem Kali, so ist vorhan-den — Weinsäure.
B. Die Flüssigkeit färbt sich nicht, es entsteht kein NiederschlagAetzammoniak bewirkt keine Fällung von Eisenoxydhydrat, essigsauresKali giebt in der mit Schwefelsäure angesäuerten Flüssigkeit keinen kry-stallinischen Bodensatz , Chlorcalciumlösung giebt in der ursprünglichen Flüs-sigkeit einen Niederschlag von citronensaurer Kalkerde, so ist dies derBeweis für die Anwesenheit der — Citronensäure.
C. Die Flüssigkeit färbt sich dunkelroth, von der Bildung von essig-saurem Eisenoxyd, es entsteht kein Niederschlag, die Färbung verschwin-det nach Zusatz von Salpetersäure, so ist dies (bei Abwesenheit von Amei-sensäure) der Beweis für die Anwesenheit der — Essigsäure.
D. Die Flüssigkeit wird durch die Bildung eines voluminösen roth-braunen Niederschlages getrübt, die mit kohlensaurem Natron behandelteursprüngliche und durch Eindampfen concentrirte Lösung wird durch Zu-satz von Chlorwasserstoffsäure nicht getrübt, sondern bleibt klar, so warder entstandene rothbraune Niederschlag bernsteinsaures Eisenoxyd undbeides ist der Beweis für die Anwesenheit der — Bernsteinsäure.
E. Die Flüssigkeit wird durch das Entstehen eines röthlichen Nieder-schlages getrübt, die mit kohlensaurem Nation behandelte ursprünglicheeingedampfte Flüssigkeit wird durch Zusatz von Chlorwasserstoffsäure durchdas Ausscheiden von Benzoesäure getrübt, so war vorhanden — Ben-zoesäure.
F. Die Flüssigkeit färbt sich tief blauschwarz, die ursprüngliche Lö-sung giebt in einer Lösung von thierischem Leim einen klumpigen zähenNiederschlag, es war vorhanden — Gerbsäure.
Probe-Analysen.
Die das Prüfungs-Schema bildenden 20 Prüfungen mögen dem Zög-ling in der angegebenen Reihenfolge, als die unverrückte Grundlage al-ler chemisch - analytischen Untersuchungen unbekannter Körper dienen.