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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Chemie der organischen Körper.

geschaffen werden , vornehmlieh im Reiche der organisirtenWesen vorkommen, und künstlieh aus ihren Elementen sichnicht darstellen lassen. Unorganische Körper sind jene, deren Ent-stehung und Bildung dagegen ohne den Einfluss und ausser-halb der organ isirten Wesen vor sich gehen, die darin alleinden chemischen Grundkräften folgen, unter diesem Einflüssesich darstellen lassen und vorzugsweise im Reiche der unor-ganisirten Körper vorkommen.

Nun haben wir aber auch viele unorganische Körper als Bestand-theile der organisirten Wesen gefunden, z. B. den Kalk als Bestandteilder Knochen, das Eisen als Bestandteil des Blutes, den Phosphor als Be-standteil des Gehirnes und der Nervenmasse etc. Es ist auch in neuerer Zeitschon mehrfach gelungen organische Körper künstlich darzustellen und es istzu erwarten, dass die Anzahl dieser dargestellten organischen Körper sichmit dem Fortschritt der Chemie vermehren wird.

In den organischen Körpern treten ihre Best an dtheile immerin dem Vielfachen ihrer Mischungsverhältnisse auf.

Aber wir kennen auch organische Körper, deren Bestandteile ineinfachen Mischungsverhältnissen und dagegen unorganische Körper, derenBestandteile in vielfachen Mischungsverhältnissen verbunden sind.

Alle organischen Körper bestehen aus Kohlenstoff, werden durch hoheTemperatur zersetzt, zerfallen dabei in flüchtige brennbare Kohlenwasser-stoffverbindungen und in sieh ausscheidenden Kohlenstoff.

Aber auch mehrere unorganische Körper haben als einen ihrer Bestand-teile Kohlenstoff und einige von ihnen scheiden beim Erhitzen Kohlenstoff aus.

Die organischen Körper bestehen aus zusammengesetzten Radicalen.

Aber es giebt eine ganze Reihe von organischen Körpern, bei denenwir bisher ein Badical überhaupt noch gar nicht haben entdecken können,andererseits sind auch zusammengesetzte Radicale unorganischer Körper be-kannt, z. B. Ammoniak.

Es erweisen sich also alle Grenzen für die Begriffe der organischenund unorganischen Körper unhaltbar und diese Begriffe konnten auch nurhier aufrecht erhalten werden, insofern sie einen instructiven Zweck haben.

Die Chemie der organischen Körper.

Es ist natürlich, dass eben so wie die Begriffe der organischen undunorganischen Körper, so auch die Begriffe der Chemie der organischenund der Chemie der unorganischen Körper ohne bestimmte wissenschaft-liche Grenzen sind. Dass diese hier noch ihre Geltung in so weit erlangthaben, als sie zu besondern Abschnitten benutzt worden sind, hat seinenGrund lediglich in der davon erwarteten instructiven Nützlichkeit. Die organi-schen Körper bestehen hauptsächlich aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoffund Sauerstoff. Nach der Reihenfolge, in welchen die einfachen Stoffe und derenVerbindungen abgehandelt werden und wobei nach der Natur der SacheSauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Kohlenstoff die Einleitung bildenmussten, hätten, um consequent zu verfahren, auch sämmtliche organischeKörper bei den Verbindungen des Kohlenstoffes abgehandelt werden müssen.Dies wäre aber offenbar den instructiven Zwecken nicht günstig gewesen.Die verwickelten und zusammengesetzten Processe der organischen Körpersind für das Studium der Chemie, namentlich für das Selbststudium keinefördernde Einleitung. Die Anregung zum Studium, der Wissensdrang gehtnur aus dem Bewusstwerden des Wachsthums der Kenntnisse hervor. Fürjenes Bewusstwerden sind aber die einfacheren Thatsachen in doppelter