Organische Chemie.
Organisirte und leblose Körper.
Die Körper, welche unser Naturreich bilden, bieten sich rücksichtlichihres Wesens unserer Betrachtung in einer unendlichen Abstufung undMannigfaltigkeit. Je umfassender und je näher wir die Körper kennenlernen, um so verschwindender werden die Grenzen dieser natürlichen Stu-fenfolge. Es ist anzunehmen, dass unsere Brkenntniss auf dem Wege fort-schreiten wird und die von uns für die Classification der Körper gezoge-nen Grenzen sich immer deutlicher als eben nur von uns geschaffene Be-griffe erweisen werden. Inzwischen aber können wir diese Grenzen nicht ent-behren. Sie bilden die Grundlage für die weiter fortschreitende Entwickelungund sind nothwendig eben so für das Lernen wie für das Lehren der Naturwis-senschaften. Die gesammten Naturkörper theilen wir ein in lebende oderorganisirte und in leblose oder unorganisirte Körper. Organisirte Körperoder Wesen sind jene, die einem Periodismus unterworfen sind, die wirentstehen, sich fortpflanzen und sterben sehen. Es sind individuelle Organis-men, sie besitzen Organe, deren Gesammtthätigkeit sich durch das offenbart,was wir Leben nennen, dessen Aufhören gleichfalls ein Act, der Tod, ist.Die Organe der organisirten Wesen bestehen aus Geweben, welche letzterewieder aus Zellen und Fasern als ihren anatomischen Elementen zusammen-gesetzt sind. Durch diese erhalten sie ihren Zusammenhang und ihre Form.Menschen, Thiere, Pflanzen sind organisirte Wesen.
An leblosen oder unorganisirten Körpern bemerken wir keinenPeriodismus. Leben und Tod nach unsern Begriffen finden auf sie keineAnwendung. Leblose Körper haben keine Organe. Die Mineralien sindleblose Körper.
Organische und unorganische Körper.
Alle Versuche die Begriffe der organischen und unorganischen Kör-per streng wissenschaftlich zu begrenzen sind erfolglos geblieben; im Ge-gentheil fallen mit dem Fortschritte der Chemie diese Grenzen immer mehr.Folgende Parallele ist für die Vergleichung und für die Unterschiede ambezeichnendsten.
Organische Körper nennen wir solche, welche vorzugsweise alsProducte des L ebensprocesses der organisirten Wesen auf-treten, vornehmlich durch die Thätigkeit der Organe dieserZiurek, Elementar-Handbuch für Pharmacie. 36