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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Elektrizität durch Reibung.

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trizität aufgenommen werden, sie wird immer von Neuem gebunden. Nachdem Aufheben des Deckels wird die in Spannuug gehaltene Elektrizität derPlatte frei und äussert ihre Wirkung auf die Goldblättchen.

Elektrizität durch Reibung.

Schon die Alten kannten die Eigenschaft des Bernsteins durch Rei-ben in einen Zustand zu gelangen, in welchen er kleine Körperchen anzieht.Otto von Guerike beobachtete dasselbe an einer Schwefelkugel und bemerkteauch die später abstossende Kraft derselben. Seine Versuche Hessen ihnnoch mehrere derartige Körper auffinden. Zum Unterschiede von jenenKörpern, die durch Reiben keine anziehende und abstossende Kraft er-langten, nannte man Bernstein, Schwefel, Harze etc. elektrische Kör-per, während man Metalle unelektrische Körper nannte. Spä-ter hat man gefunden, dass die Bezeichnung insofern nicht richtig ist, alsjeder Körper in einen elektrischen Zustand versetzt werden kann.

Reibt man einen Harzkuchen mit einem wollenen Lappen, so bemerktman ein eigenthümliches Knistern. Im Dunkeln bemerkt man , dass diesKnistern mit Lichterscheinungsn in Verbindung steht. Glas wird geriebenim Dunkeln leuchtend. Durch Isolirimg des Harzkuchens oder des Glas-stabes kann man diese Lichterscheinungen steigern. Bringt man dann andie Oberfläche jener Körper einen Elektrizitätsleiter, z. B. unsere Hand , sogeht der Uebergang der gehäuften elektrischen Materie auf diese unterdeutlicher Lichterscheinung vor sich, man sieht deutlich einen Funken, denman den el ektrisehen Funken genannt hat.

E1 e k t r o p h o r. Der Elektrophor besteht aus einem HarzkuchenH, Fig. 186, der in eine, aus Metall gefertigte, oder durch Stanniol lei-tend gemachte , hölzerne Form F gegossen ist.Eine gute und billige Harzmasse fertigt mansich aus 8 Theilen Colophonium, unter welchesmit Hülfe von 1 Theil venetianischem Terpen-tin 1 Theil Schellak geschmolzen wird. Nachdem Hineingiessen in die Form muss die Ober-fläche des Kuchens möglichst geglättet werden.Auf diesen Harzkuchen passt ein Deckel D.Derselbe ist entweder aus Metall oder aus Holzmit Stanniol überdeckt und entweder durch Sei-denschnüre oder durch einen Glasstab isolirt.Der Elektrophor wird dadurch in Wirksam-keit gesetzt, dass man den Harzkuchen entwe-der mit einem Fuchsschwänze peitscht oder ver-mittelst eines wollenen Lappens reibt. Hier-durch erhält die Oberfläche des Kuchens Elek-trizität. Und zwar entwickelt sich auf dersel-ben negative Elektrizität. Die Elektrizität des Kuchens wirkt durch Verthei-lung auf den mit der Oberfläche des Kuchens inBerührung gesetzten Deckel.Setzt man den Deckel auf den Kuchen und lässt ihn auf demselben, so wirktdie Elektrizität der Oberfläche des Kuchens so auf den Deckel, wie der Glas-stab in Fig. 183 auf den Metallstab. Die Oberfläche des Kuchens hat negativeElektrizität, auf der den Kuchen berührenden Fläche des Deckels entsteht somitfreie positive auf der entgegengesetzten , nach oben gekehrten Fläche desDeckels aber freie negative Elektrizität. Hebt man den Deckel auf, so hört der

Fig. 186.