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Leidner Flasche.
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Einfluss der Elektrizität des Kuchens auf, die beiden in dem Deckel ent-standenen freien Elektrizitäten kehren in ihren gebundenen Zustand zurückund der Deckel selbst zeigt nicht die geringste elektrische Eigenschaft.
Berührt man den Deckel, wenn er auf dem Kuchen liegt, auf seinerOberfläche durch einen Leiter z. B. mit dem Finger, so erhält man einenFunken, hebt man den Deckel dann auf und berührt ihn nochmals, so erhältman nochmals einen elektrischen Funken. Während der Lage des Deckels aufdem Kuchen ist auf der dem Kuchen zugekehrten Oberfläche des Deckelsfreie positive Elektrizität, auf der entgegengesetzten Oberfläche des Deckelsnegative Elektrizität entstanden. Durch die Berührung des Deckels wäh-rend seiner Lage auf dem Kuchen entzieht man demselben die freie nega-tive Elektrizität; hebt man ihn nun auf, so besitzt er nur freie po-sitive Elektrizität, die er berührt von sich giebt. Man erhält daherdurch den Elektrophor beide Elektrizitäten.
Derselbe Einfluss der Verfheilung, der auf dem Deckel beobachtet wird,wirktauch auf die Form des Elektrophors. Auf der oberen Seite des Kuchens istnegative, auf der unteren Seite positive Elektrizität. Diese wirkt durchVerfheilung so auf die Form, dass auf der inneren Fläche der Form nega-tive , auf der äusseren positive Elektrizität entsteht. Diese freie positiveElektrizität wird durch die leitende Form stets abgeleitet. Die negativeElektrizität der Form bleibt mit der positiven Elektrizität der Unterflächedes Kuchens in steter Wechselwirkung und es ist dadurch die Möglichkeitgegeben, dass die negative Elektrizität der Oberfläche des Kuchens in ihremfreien Zustande verharrt Dies geschieht durch längere Zeit. Nach Wochennoch erhält man durch Berührung des Kuchens eine elektrische Wirkung.Aus diesem Grunde hat der Elektrophor seinen Namen Elektrizitätsträgererhalten.
Man hat auch den Elektrophor mit einem Wasserstoffentwicklungs-apparate so in Verbindung gesetzt, dass der sich entladende Funke dasausströmende Wasserstoffgas entzündet; elektrisches Feuerzeug. Esist dasselbe indess nicht verlässlich.
Leidner oder Kleist'sche Flasche. Ein gewöhnlicher Glas-hafen G Fig. 187 wird in- und auswendig mit Stanniol so überzogen, dass
der obere Rand des Hafens mehrere Zollhoch frei bleibt. Mit der inneren Stanniol-fläche St steht ein starker Metalldraht D,der in einen Knopf endigt, in Verbin-dung.
Der Zweck der Leidner Flasche be-steht darin, dass man freie Elektrizitätvermittelst derselben anhäufen kann. Esgeschieht dies gleichfalls durch Verthei-lung. Theilt man dem Knopfe durch denDeckel des Elektrophores positive Elektrizität mit, so erhält die ganze innere Stan-niolfläche gleichfalls positive Elektrizität.Diese wirkt durch die Glasfläche hindurchvertheilend auf die äussere Stanniolfläche.In dieser äusseren Stanniolfläche wirdnegative und positive Elektrizität frei. Die negative Elektrizität erscheintauf der dem Glase zugewendeten, die positive auf der dem Glase entge-gengesetzten Fläche der äusseren Stanniolbelegung. Die positive Elektrizi-
Fig. 187.