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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Naturwissenschafton. Naturgeschichte und Naturlehre.

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ten, die uns die Naturgegenstände und Dinge der Aussenwelt kennen ler-nen und die Erscheinungen derselben erklären helfen, haben wir in ihrerGesammtheit die Bezeichnung Natu rwis s en s chaften' gegeben.

Naturgeschichte und Naturlehre. Die Naturwissenschaftensind in ihrer Aufgabe und in Zweck und Mittel verschieden. Auch ihreNamen sprechen dafür. Denjenigen Theil der Naturwissenschaften, dersich mit der Kenntnissnah me der Gegenstände und Dinge be-schäftigt, nennen wir Naturgeschichte, die Erklärung der Erschei-nungen dagegen ist die Aufgabe der Naturlehre.

Lebende und leblose Naturkörper erscheinen uns in sehr ver-schiedenen Entwickelungszuständen. Ein Theil derselben ist einem Perio-dismus unterworfen. Wir sehen sie entstehen , sich ernähren , fortpflanzenund sterben; wir sehen, dass sie individuelle Organismen sind, welche ausOrganen bestehen, deren Gesammtthätigkeit das ausmacht, was wir Lebennennen. Bei andern bemerken wir diesen Periodismus nicht, wir sehen nichtdass sie entstehen, sich ernähren und fortpflanzen. Wir bemerken an ihnenden von uns geschaffenen Begriff des Lebens nicht. In der Einseitigkeitunseres Urtheils nennen wir die ersten lebende oder organisirte, dieletzten leblose Wesen. Zu den organisirten Wesen zählen wir Thierennd Pflanzen, zu den unorganisirten oder leblosen die Steine.

Zoologie, Botanik, Mineralogie. Hiernach sind auch in derNaturgeschichte verschiedene Zweige entstanden. Die Naturgeschichte derThiere ist die Zoologie; die Naturgeschichte der Pflanzen die Botanikund die Naturgeschichte der Steine die Mineralogie.

Physik und Chemie Im Bereiche der Naturlehre sind dieAbzweigungen derselben an die Frage geknüpft: ob die Erscheinungen,die erklärt werden sollen , von Veränderungen der Körper, an denen siewahrgenommen werden , begleitet sind oder nicht. Wir haben des präch-tigen Farbenbildes gedacht, das ein Brillant zeigt, auf den ein Lichtstrahlfällt. Betrachten wir den Brillant, der es hervorgerufen, so finden wir, dassdie wahrgenommene Erscheinung weder an seiner Gestalt, noch an seinenBestandteilen etwas geändert hat. Nun bringen wir aber den Brillant un-ter den Focus eines Brennspiegels, d. h. wir vereinen auf demselben eineunendliche Menge von Sonnenstrahlen. Wir gewahren hier auch eine Er-scheinung. Der Brillant verbrennt mit leuchtender, prächtiger Flamme. Erist aber auch verschwunden; seine Gestalt ist verändert, seine Bestand-theile gleichfalls. Aus dem härtesten Krystall ist eine Gasart geworden,aus dem Kohlenstoff, der seinen Bestandtheil ausmacht, ist durch Verbin-dung mit dem Sauerstoff der Luft Kohlensäure entstanden. Wir haben mit-hin zuerst eine Erscheinung beobachtet, die an dem Körper, an dem siewahrgenommen worden, keine bemerkbare Veränderung hervorrufen.Mit Erscheinungen der Art beschäftigt sich die Physik. Die Physik hatdiese Erscheinungen nach gewissen Gesetzen zu erklären. Dann haben wireine Erscheinung beobachtet, die mit einer wesentlichen Veränderung desKörpers verknüpft war. Die Erklärung dieser Eigenschaften ist die Auf-gabe der Chemie. Die Erscheinungen unter dem Mikroskop, das Farben-bild, das Herabfallen eines Steins, das Echo etc. sind physikalischeErscheinungen; die Erscheinung der Oxydation, der Wahlverwandschaft,der Lösung etc. sind chemische Erscheinungen.

Die Naturwissenschaften als pharmac eutische Hülfswis-senschaften. Es gab eine Zeit, in welcher man fast den gesammtenUmkreis der vorhandenen naturwissenschaftlichen Kenntnisse in den Apo-theken finden konnte. Die Erklärung dafür liegt nicht fern. Die Medicin