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Der Zweck und die Aufgabe der Naturwissenschaften.
Geist und Sinne. Geist und Sinne führen dem Menschen die Aus-senwelt zum Bewusstsein. Die Sinne dienen dem Geiste. Wir sehen denBlitz, hören den Donner, riechen den Duft der Blumen, fühlen die Glättedes Marmors etc. Durch die Sinne treten wir in geistige Beziehung zuunserer Umgebung. Ein Blinder, der den Blitz nicht sieht, erschrickt auchnicht, und ein Tauber erfreut sich weder an dem Wohllaute der Töne, nochahnt er die Gefahr, die das Rollen der Lawine verkündet.
Gegenstand und Erscheinung. Diese Wahrnehmung durch un-sere Sinne erstreckt sich nicht in gleicher Stärke auf Alles, was unsere Aussenwelt bildet. Einiges dieser liegt unserer Wahrnehmung näher, Anderesentfernter; Vieles mag derselben ganz verborgen bleiben. Ein Thier, ei-nen Baum, einen Stein vermögen wir zu sehen, uns von der Beschaffenheitderselben durch unser Gefühl zu überzeugen. Es sind dabei mehrere un-serer Sinne thätig. Alles das, was wir so mit mehreren unserer Sinnewahrnehmen können, nennen wir einen Gegenstand, ein Ding.
Manches Andere vermögen wir nur mit einem Sinne wahrzunehmen.Ein Sonnenstrahl fällt auf einen Brillant, er wird von diesem in präch-tigem Farbenbilde zerstreut. Dies Bild vermögen wir nicht zu fühlen , wirkönnen es nur sehen. Der Brillant ist ein Gegenstand, das B'arbenbild —sowie Alles , was wir nur vermöge eines unserer Sinne wahrnehmen kön-nen — nennen wir eineErscheinung. Der Schall der Stimme, das Nord-licht, die Bewegung, das Leuchten der Körper, die Inklination der Mag-netnadel etc. sind Erscheinungen.
Die Aufgabe des Menschen in der Natur. Aus Ge-genständen und Erscheinungen ist also für des Menschen Auffassungs-vermögen die Aussenwelt zusammengesetzt. Nach diesem seinem Auf-fassungs- und Erkenntnissvermögen haben sich auch die geistigen Beziehun-gen geregelt, in welche der Mensch zu der Aussenwelt, dem Weltall,getreten ist. Vom Anbeginn seines Entstehens sehen wir den Menschenmit der Aufgabe beschäftigt: Dinge und Gegenstände,Natur umgeben, durch sinnliche Wahrzeichen kennen zuErscheinungen, für deren Erkennlniss ihm trotz allerSinn zu Gebote stand, zu erklären.
Die Naturwissens chaften. Diese Aufgabe zieht sich durch dieganzen Jahrtausende der Menschengeschichte. Ihre Lösung ist endlich der Be-ruf und der Zweck besonderer Wissenschaften geworden. Diesen Wissenschaf-
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