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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

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z. B. Quecksilberoxyd, Brechweinstein, Zinkoxyd etc., so ist es erforderlichdass dieselben zuvörderst auf das allerfeinste verrieben sind, ehe der Zusatzzur Salbe erfolgt. Als Verreibungsmittel dienen am zweckmässigsten einigeTropfen Oel, zuweilen Wasser. Manchmal stösst der Receptarius auchhier auf Verordnungen, die nach der Natur und der Menge der verordne-ten Arzneimittel eine Salbenconsistenz nicht geben. Am weitesten lässtsich die Einigung noch durch Erwärmen des Gemisches erreichen. Opo-deldoc und Salben zu gleichen Theilen lassen sich nicht im Mörser, nichtdurch Schmelzen vereinigen. Man thut am besten den Opodeldoc zuerstin die Krücke abzuwiegen, in dieser mit einen kleinen Spatel in kleineTheilchen zu zerstechen und hierauf die Salbe in die Krücke zu wiegenund gleichfalls nur durch Hineinstechen in dem Opodeldoc zu zertheilen.Das Gemisch wird dadurch ziemlich gleichmässig und es scheidet sich nursehr wenig Weingeist aus.

Pflaster. Das in Bezug auf die Mischung von Salben Gesagte giltauch für die Bereitung der nach ärztlichen Verordnungen anzufertigendenPflaster. Wie bei den Salben von den Aerzten meistens schon fertige Sal.ben zu Gemischen oder als Vehikel verordnet werden, so geschieht diesauch bei Pflastern. Der Unterschied in der Mischungsweise liegt nur inder Ueberwindung der härteren Consistenz der Pflaster. Die Salben sindbei gewöhnlicher Temperatur meistens so weich, dass die Mischung ohneErwärmen möglich ist, die Pflaster müssen behufs ihrer Mischung geschmol-zen werden und in diesem Zustande muss auch die Zumischung fester oderhalbflüssiger Arzneistoffe erfolgen.

Für die Schmelzung von Pflastern bedient man sich der in allen Apo-theken vorräthigen Pflasterpfännchen oder Mörser. Es ist sehr zweckmäs-sig die Pflaster auf dem Dampfapparate zu schmelzen. Bedient man sichder Spiritus- oder Gaslampen, so hat man darauf zu sehen, dass die Tem-peratur des Schmelzens nicht höher ist, als sie zu einem homogenen Ge-misch, zu einer halbflüssigen Consistenz des schmelzenden Pflasters erfor-derlich ist. In dieser Consistenz eignet sich das Pflaster am besten zurMischung. Ist die Temperatur höher, so werden nicht nur in den meistenFällen, wie z. B. bei dem Quecksilber-, Opium-, Ammoniak-Pflaster diedarin enthaltenen Stoffe aus dem Gemisch ausgeschieden und ein solchesPflaster wird durch späteres Mischen nie wieder homogen, sondern es eig-net sich auch die durch höhere Temperatur erreichte dünnflüssigere Be-schaffenheit des Pflasters nicht zur Mischung. In manchen Fällen kannman das Pflaster knetbar durch blosses Eintauchen in heisses Wassermachen. Es wird dann die Mischung durch Kneten zwischen den Händenvollendet. Diese Art der Mischung empfiehlt sich aber nicht.

Ist die Mischung geschehen, so wird das Pflaster so weit abgekühlt,dass es herausgenommen, zwischen den angefeuchteten Händen geknetet(malaxirt) und dann ausgerollt werden kann. Dies geschieht auf einemglatt gehobelten, angefeuchteten Brette. Man rollt das Pflaster in Cylinderund hüllt dieselben in Wachspapier.

Ist auf der Verordnung angedeutet, dass das Pflaster ausgestrichenwerden soll, so hat man das dafür vom Arzte verordnete Material, Seide,Leinwand, Leder zu wählen und es abzumessen. Die Grösse wird vomArzte gewöhnlich in einer bestimmten Anzahl von Quadratzollen angege-ben. 4 Quadratzoll gross ist eine Fläche, die entweder 4 Zoll lang und einZoll breit oder zwei Zoll lang und zwei Zoll breit ist; 6 Quadratzoll grossist eine Fläche die zwei Zoll lang und drei Zoll breit, oder umgekehrtzwei Zoll breit und drei Zoll lang ist u. s. w. Auch gibt wohl die Ver-ordnung Länge und Breite der Pflasterfläche nach Längenmaassen an.