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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Receptur.

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Zuweilen wählt der Arzt als Angabe der Grösse Bezeichnungen: wie z. B.von der Grösse eines Thalers, einer Handfläche, eines Bogens etc. Amzweckmässigsten ist es sich, für die am häufigsten vorkommenden Pflaster-flächen, Formen aus ganz dünnem Messingblech ausschlagen zu lassen.Dieselben werden dann auf das Zeug eng angepresst und das Pflastergleichmässig aufgestrichen.

Das Streichen der Pflaster, das nicht auf der Maschine geschehenkann, ist durch gleichmässiges Aufstreichen des halb erstarrsten Pflastersvermittelst eines erwärmten Spatels auszuführen. Der Spatel muss zweck-mässig gewählt, dünn, mit grader Fläche versehen und leicht zu handha-ben sein. Das Pflaster wird in kleinen Portionen auf den Spatel genommenund in gleichmässigen über die ganze Fläche des Zeuges reichenden, sichdicht berührenden und das Zeug dicht und gleichmässig deckenden Schich-ten aufgetragen. Die etwanigen Lücken zwischen den Schichten werdennach dem Streichen durch Zertheilung und Glätten ausgefüllt. Ist dasPflaster nicht selbst klebend, sondern wird verordnet, dass dasselbe mitHeftpflaster zu umgeben sei, so wird der Rand des Zeuges zuerst mit Heft-pflaster und darauf das Pflaster in der vorgeschriebenen Grösse gestrichen.Das Streichen des Pflasters erfordert Uebung und etwas Mühe. Ein hol-priges ungleich gestrichenes Pflaster ist eine schlechte Empfehlung für eineApotheke. Eben so ein Pflaster, welches auf der Rückseite schmutzig,oder wobei das Pflaster durch das Zeug gedrungen ist.

Es ist erforderlich das Pflasterzeug so wenig wie möglich mit schmutzi-gen Händen , an denen wohl gar noch Pflaster klebt zu berühren. Dadurchbackt das Pflaster an den Händen an und es verschieben sich die Schich-ten, die Falten kleben aneinander und ein solches Pflaster erhält dann niemehr ein empfehlenswerthes Aeussere. Man muss eine reine Unterlagezum Streichen wählen und die Schichten mit Ruhe gleichmässig nebeneinander auftragen. Die auf dem Pflasterzeuge liegende Blechform ist derAnhaltepunkt für die linke Hand und ist es erforderlich, dass man damit alleFalten des Zeuges zu vermeiden sucht.

Für die Dispensation hat man das gestrichene Pflaster mit "Wachs-papier zu bedecken und dann in Papier zu hüllen. Zweckmässig ist es, diePflaster nicht unmittelbar, nachdem sie gestrichen sind, einzuhüllen, sondernsie, wenn Zeit dazu vorhanden ist, zuvor in ein kühles feuchtes Gemachzu legen. Auch bestreicht - man das Papier, um das Ankleben an dasWachspapier oder anderes Papier zu vermeiden, zweckmässig auf der demPflaster zugekehrten Seite mit einem Stück harter Seife.

Mixtur. Eine Mischung von Arzneistoffen in flüssigem Zustandenennt man eine Mixtur. Sie ist in ihren verschiedenen Zusammensetzun-gen die häufigste Arzneiform. Als Bestandtheile lassen sich im Allgemei-nen bezeichnen: Arzneistoffe und Vehikel. Doch lässt sich dies nicht über-all genau trennen. Das Vehikel hat den Zweck: die Arzneistoffe in ent-sprechende Dosis und Vertheilung und, bei den Mixturen zu innerenGebrauch, auch in eine den Geschmacks- und Geruchsorganen möglichstangenehme Form und Zusammensetzung zu bringen. In sehr vielen Fällensoll das Vehikel aber auch die Wirksamkeit der Arzneistoffe selbst erhöhen,oder doch unterstützen. Die Arzneistoffe die in Mixturen verordnet werdensind sehr zahlreich. Es sind mit Ausnahme der Metalloxyde und unlös-lichen Salze fast alle gebräuchlichen Arzneistoffe. Als Vehikel dient meistensdas Wasser; häufig destillirte W'ässer, Syrupe, Süssholzsaft, Emulsionen;Decocte und Infusa dienen gleichfalls als solche und auch Salzlösungenund Saturationen werden der Mixtur zugesetzt.

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