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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Receptur.

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weder mit einem Handgriff versehen, oder der Rand ist nur umgebogen,um die Hand nicht zu verletzen. Ihre Anwendung ist einfach. Mit demhohlen Ende wird die Pastille in Form eines Täfelchens, welches genauder unteren Rundung der Form entspricht, aus dem Teige gestochen. Dar-auf eine zweite, dritte etc. Die folgenden steigen durch den Druck in derconisch sich erweiternden Form in die Höhe, backen, da der Teig mitZuckerpulver bestreut bei den Chocolate - Pastillen halb erkaltet ist,nicht zusammen und werden aus der Form herausgeschüttet und ausgebrei-tet. Bereitet man Pastillen in grösseren Mengen, wie dies z. B. bei denMagnesia-, Vichy - (natr. bicarbonic. Zucker und eine Spur Pfeffermünzöl).Ipecacuanha-, Bilin - (natr. bicarb. Zucker und eine Spur ol. flor. aur.)Molken- (Weinsteinsäure) Pastillen der Fall ist, so lässt man die Form auseinem graden hohlen blechernen Cylinder fertigen, in dem innen ein an einemDrathe beweglicher Holzpfropf angebracht ist. Auf diesem Holzpfropf, deraus harten Holz gefertigt ist, ist entweder die Firma der Apotheke, oderder Name der Pastille, oder eine Andeutung des Gehaltes, oder der Anwen-dung derselben verkehrt eingeschnitzt. Ist die Pastille vermittelst der Formausgestochen, so wird der Holzpfropf auf die in der Form befindliche Pa-stille leise gedrückt, dann wird die Form emporgehoben und die Pastilledurch Fortsetzung dieses leisen Druckes aus der Form geschoben. Manunterstützt und regelt dies wohl auch durch eine Federvorrichtung im In-nern der Form.

Latwerge. "Weniger häufig verordnet der Arzt die Arzneistoffe inForm von Latwergen. Die Latwerge ist eine Mischung gepulverter Arz-neistoffe mit zuckerhaltigen Flüssigkeiten oder Pflanzenstoffen. Gewöhn-lich sind als derartige Zusätze Zuckersäfte, Honig, Sauerhonig, oder auchMohrübensaft etc. verordnet. Die Latwerge soll eine halbflüssige Consi-stenz haben, sie soll von dem Spatel nicht mehr ablaufen, und die ver-wendeten Flüssigkeiten sollen sich von den festen Stoffen nicht sondern.

Salbe. Eine gebräuchliche Arzneiform zur äusseren Anwendung derArzneimittel ist die Salbe. Das Vehikel bilden animalische und vegetabili-sche Fette, Oele, Fett, Talg, Wachs. Zuweilen stellen diese aber auchselbst die Arzneistoffe vor. Die für die Zusammensetzung der Vehikel benütz-ten Verhältnisse sind so gewählt, dass die Salbe nach dem Erkalten der ge-schmolzenen Masse eineConsistenz hat, welche die des reinen Schweineschmal-zes um etwas übertrifft. Flüssige Salben nennt man Linimente. Ge-wöhnlich verordnet der Arzt schon fertige nach der Pharmacopoe bereiteteSalben zur Mischung oder als Vehikel. Die Mischung ist meistens so an-geordnet, dass entweder zwei oder mehrere Salben untereinander, oderdass Flüssigkeiten, ätherische Oele, lösliche Salze, Extracte, pulverförmigeSubstanzen den Salben zuzumischen sind.

Für die Mischung von Salben sind besondere Mörser vorräthig. Diesestehen in einem gesonderten Räume und erfahren auch eine besondereReinigung.

Spirituöse Flüssigkeiten, die der Salbe beizumischen sind, müssen inkleinen Portionen zugesetzt werden. Die Salbe muss dabei am zweckmäs-sigsten in halberstarrtem Zustande sein. Wasser wird den Salben nachdem Schmelzen doch so zugesetzt, dass dadurch ein Ausscheiden des Wach-ses nicht erfolgen kann. Salze, z. B. Jodkalium sind in der möglichstkleinsten Menge Wasser zu lösen. Jod wird mit Alcohol, Camphor mitOel abgerieben. Extracte, ganz oder halb lösliche Stoffe wie Opium wer-den mit Wasser gelöst. Die Lösung dieser muss von durchaus gleichmässi-ger Beschaffenheit und von der Consistenz des Mellago sein, ehe sie derSalbe beigemischt wird. Werden feste Arzneistoffe den Salben zugesetzt,

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