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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Receptur.

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geringen Quantität des in grösseren Mengen verordneten Pulvers zu mi-schen und ist dann der übrige Theil dieses hinzuzusetzen. Sind Stoffe innicht oder unvollkommen gepulvertem Zustande, z. B. Extracte, aetherischeOele, Salze etc. einem Pulver zuzumischen, so müssen dieselben gleich-falls zuerst mit einer geringen Quantität dieses letzteren gleichmässig ver-rieben werden.

Dispensirte Pulver. In vielen Fällen liegt es in der Absichtdes Arztes, verordnete Arzneipulver in genau bestimmter Quantität zu ver-wenden. Zu solchem Zwecke schreibt er vor: das Pulver in eine bestimmteAnzahl gleicher Theile zu theilen, oder eine durch Gewichtsangabe be-stimmte Dosis des Pulvers in bestimmter Anzahl zu vervielfältigen. Inwelcher Fassung nun auch die ärztliche Verordnung gegeben ist, so wirdin beiden Fällen die ganze zur Vertheilung kommende Pulvermasse unterden eben erwähnten Rücksichten gemischt und dann durch genaues Abwä-gen in die bestimmte Anzahl Theile getheilt. Die einzelnen Theile werdenaus der Waage vorerst in Hornkapseln, aus diesen in Papierkapseln ge-schüttet und in diesen den Patienten zum Gebrauche überanwortet. Erfor-derlich ist nächst sorgfältiger Mischung: eine genaue gleichmässige Ein-theilung. Es ist ein gar nicht zu rechtfertigender Missbrauch: die Thei-lung ohne Waage nur aus freier Hand nach dem Augenscheine zu unter-nehmen.

Pillen. Manche Arzneien reizen durch ihre Eigenschaften und ihrenEinfluss auf die Geschmaeksnerven die diesen untergebenen functionellenOrgane zu dem lebhaftesten Widerstände gegen das Einnehmen. An-dererseits sind jene Arzneimittel so beschaffen, dass die'darin wirkendenArzneistoffe nicht weiter isolirt werden können, sondern immer eine Ent-gegennahme in Substanz erfordern. Solche Arzneien sind z. B. die Gum-miharze, Aloe, viele Metallsalze, die Pflanzenextracte etc. etc. Einigedieser Arzneimittel zählen zu denen , die zu jeder Zeit als wirksame Arz-neimittel geschätzt wurden. So weit unsere Kenntniss der Entwicklungsge-schichte der Therapie hinaufreicht, ist es das stete Bemühen derselben gewe-sen , diese Arzneien in eine Arzneiform zu bringen, in welcher sie den Ge-schmacksorganen am wenigsten zuwider sind, und die sich zugleich dazu eignet,dieselben durch den Schlund in den Magen gelangen zu lassen. Man findetdiese Arzneien in allen denkbaren Verbindungen und Arzneiformen. End-lich ist man ganz allgemein zu dem Ergebnisse gelangt, dass man am besten den widerstrebenden Regungen des Schlundes und Gaumens begeg-net, wenn man die bezeichneten Arzneistoffe in kleine, feste, runde Kör-perchen bringt. Diese runden Körperchen sind die Pillen. Man hat denZweck, durch dieselben den unangenehmen Geschmack, in andern Fäl-len die das Einnehmen hindernde Form der Arzneistoffe zu umgehen. Auchhat der Arzt durch sie das Mittel in der Hand, derartig heftig wirkende Arz-neistoffe in bestimmte Gaben zu bringen. Aus solchem Grunde ist die Pil-lenform eine der beliebtesten Arzneiformen und der Receptarius hat überallGelegenheit, dies zur Genüge zu erfahren.

Es ist nicht leicht, allen Schwierigkeiten zu begegnen, die sich bei derBereitung der Pillen in Rücksicht auf den allgemeinen Zweck der Pillenformüberhaupt, in Rücksicht auf die Verpflichtung des Receptarius zurlnnehaltungder verordneten einzelnen Arzneimengen und in Rücksicht auf die absoluteUnmöglichkeit manche verordnete Ingredienzien zu einer Pillenmasse zu verei-nen, zuweilen ergeben. Allgemeine Vorschriften hierfür lassen sich gar nichtgeben. Nur eine Erinnerung möchte an keinem Orte angebrachter sein, alshier: der Receptarius hat in allen Fällen die strengste Ver-Ziurek, Elementar-Handbuch der Pharmacie. 11