Receptur.
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bringen sind, in welcher Ausdehnung, Anzahl etc. die Utensilien anzuschaf-fen sind, das ist lediglich die Angelegenheit des Prinzipales. An dieserStelle kann daher auch nicht erwartet werden , über die Einrichtung desReceptirtisches, über die Beschaffenheit der Mörser, Mensuren, Korkzange,wo möglich auch über "Waschgefässe, Handstäuber, Bindfaden, Papier-schnitzel oder über die Embleme auf der Spitze des Receptirtisches zu sprechen.Dies alles sind Dinge, die eben genommen werden müssen, wie sie vorhan-den sind und deren Erwähnung die vorliegende Angelegenheit um keinenFingerbreit fördert. Die Aufgabe des Receptarius, wenn er an die Anfer-tigung einer ärztlichen Verordnung geht, ist nicht, über die dazu erforderlichenUtensilien nachzudenken, sondern sie besteht darin: diese Anfertigung mitden vorhandenen Utensilien auszuführen. Auch wird es keinem einzigenZöglinge einfallen, der eine Pillenmasse anstossen, eine Salbe mischen soll,dabei über den Gebrauch der dazu erforderlichen Utensilien nachzulesen.Für die Erlernung des Gebrauches der zur Receptur erforderlichen Utensi-lien gibt eben die praktische Schule, in welcher sich der Zögling in derApotheke befindet, die Gelegenheit und die Veranlassung. Schon die An-schauung der Utensilien selbst und, wenn diese nicht, so die praktischeUebung lehrt diese Kenntniss viel rascher, als jede Anweisung. Auch diebeste Anweisung hinkt und ist blosser Wortkram. Mörser, Mensuren, Re-cepturlöffel, Spatel, Pillenmaschinen, Pulverkapseln , Papierbeutel, Kapseln,Arzneigläser, Stöpsel, Tectirpapier, Scheere etc. zu handhaben, wird jederZögling durch die praktische Uebung zu lernen haben.
Arzneif'ormen. Nur wenige Arzneimittel eignen sich ohne Vermit-
telung zum Gebrauche des Kranken.
Die zweckmässigste Art der Arznei-
stoffe ist ein besondere]' Theil der medizinischen Wissenschaft geworden.Die Aufgabe der Therapie ist: die Arzneistoffe in solchen Lösungen, Mi-schungen und in solchen Formen zu verordnen, worin sie die sichersteWirkung thun und sich am leichtesten den organischen Funktionen desmenschlichen Körpers anbequemen. In beider Beziehung hat sich seit Hippo-krates die Ansicht der Aerzte sehr vielfach geändert. Die gegenwärtig herr-schende Richtung der medizinischen Wissenschaft legt auf die Arzneien undderen Wirkungen überhaupt nur geringen Werth. Dasselbe gilt von derArt ihrer Verwendung in passender Mischung, Lösung und Form. Die me-dizinische Wissenschaft wendet diesen wenig Pflege zu und eine Vervoll-kommnung von dieser Seite ist nur in sehr geringem Grade zu erwarten.Es wird sich wohl auch die Richtung der Medizin wieder ändern. Einwesentliches Verdienst würde es sein, wenn die Pharmacie in diese Lücketrete und die Medizin durch Entwickelung der Arznei - Verordnungslehreförderlich unterstützte. Esges Feld.
In den allermeisten Fällen gehören die Arzneistoffe nicht zu den na-türlichen Bedürfnissen, welche unser Körper für seine Erhaltung und Er-nährung fordert. Die Arzneimittel sind nur in seltenen Fällen auchNahrungsmittel. So lange dies der Fall ist, und so lange doch die Arz-neien auf Wegen in den menschlichen Körper gelangen sollen, welche nurfür die natürlichen Bedürfnisse, für die Nahrungsmittel bestimmt sind, wirdes immer erforderlich sein, dieselben in eine Form und Zusammensetzungzu bringen, die das natürliche Widerstreben der menschlichen Organe ge-gen das Eindringen anderer als durch die Natur dafür bestimmter Stoffe verrin-gert. Diese natürliche Bedingung hat seit Jahrtausenden über die relativeZweckmässigkeit der Formen entschieden , in welchen den Kranken dieArznei gegeben wird und wird auch weiterhin die Grundlage sein, auf wel-
ist dies ein naheliegendes und sehr ergiebi-