Defectur,
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Syrupe. Die Abkochungen, Aufgüsse und Fruchtsäfte, welche zurBereitung der Syrupe dienen, müssen, ehe ihnen der Zucker zugesetztwird, durch Absetzenlassen, nöthigenfalls selbst Filtriren möglichst geklärtwerden.
Zu allen Syrupen ist ein schon weisser und reiner Meliszucker zuverwenden.
Diejenigen Syrupe, deren Bereitung nicht durch einfache Auflösungdes Zuckers bei gewöhnlicher Temperatur oder bei gelinder Wärme zu ge-schehen hat, können entweder im Dampfapparate oder durch kurz dauern-des Aufkochen über freiem Feuer bereitet werden. Bei sämmtlichen Syru-pen aus gewürzhaften Pflanzenstoffen darf die Auflösung des Zuckers nurdurch gelinde Wärme, nicht durch Aufkochen bewirkt werden, soferndarüber nicht besondere Bestimmungen bei den Vorschriften angegeben sind.Zur Auflösung des Zuckers in den betreffenden Flüssigkeiten hat man sichzinnerner Gefässe zu bedienen. Sobald der Zucker gelöst ist, muss derSyrup durch Flannell kolirt und an einem kühlen Orte dem Erkalten über-lassen werden.
Die Syrupe müssen die Farbe, den Geruch, wie auch den Geschmackder Abkochungen, Fruchtsäfte etc., aus welchen sie bereitet wurden,neben dem Geschmack des Zuckers besitzen. Mit Ausnahme einiger, dieals solche besonders bezeichnet sind, müssen sie entweder vollkommenklar sein oder wenigstens mit Wasser klare Auflösungen geben. Sie dür-fen weder Flocken oder einen Bodensatz, noch Zucker ausscheiden. Letz-teres tritt entweder in Folge zu langen Aufkochens oder eines unrichtiggewählten Verhältnisses zwischen Zucker und Feuchtigkeit ein.
Die Syrupe erleiden mit der Zeit eine Zersetzung, weshalb solche,deren Bereitung nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden ist, immernur in massiger Menge zu bereiten sind. Bei denjenigen Syrupen aber,welche nur zu einer bestimmten Jahreszeit bereitet werden können,und deshalb mindestens ein Jahr aufbewahrt werden müssen, muss eineetwa eintretende Gährung gleich im Beginne durch Aufkochen unterdrücktwerden. Bei Syrupen dieser letzteren Art lässt sich mittelst des nachfol-gend beschriebenen Verfahrens eine grössere Haltbarkeit erzielen. Mangiesst den Syrup in gläserne, mit gut schliessenden Korkstöpseln versehene,Flaschen und füllt diese soweit damit an, dass ein höchstens zollhoher Luft-raum übrig bleibt, die Flaschen werden fest verkorkt, mit Blase überbun-den und zwei Stunden in Wasser von -j- 60° gestellt, oder vielmehr mitdem Wasser nach und nach bis auf jene Temperaturhöhe erwärmt; nachdem Erkalten schüttelt man die Flaschen stark , um das durch die Erwär-mung und das darauf folgende Erkalten abgeschiedene Wasser wieder mitdem Syrupe zu mischen.
Alle Syrupe sind an einem kühlen Orte aufzubewahren. In der Of-ficin dürfen, namentlich während der wärmeren Jahreszeit, nur kleinereMengen aufbewahrt werden und zwar in Gefässen, die den Zutritt des Lich-tes ausschliessen.
Extracte. Die zur Extractbereitung dienenden Stoffe sind ent-sprechend und gleichmässig zu zerkleinern.
Zur Darstellung der wässrigen Auszüge muss, wenn nicht ausdrück-lich destillirtes Wasser vorgeschrieben ist, ein gutes oder durch vorange-gangenes Kochen und Absetzenlassen gereinigtes Quellwasser, oder wennein taugliches Quellwasser fehlt, reines Regen- oder Schneewasser verwen-det werden.
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