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Der praktische Apothekenbetrieb.
liehe Thätigkeit beginnt, sobald diese Vorbereitung vollendet und die Er-gänzung der, den Tag vorher in der Officin verbrauchten Arzneimittel ge-schehen ist. Bei dem Beginn dieser Thätigkeit muss jeder seinen Theil zu-getheilt erhalten haben. Der Laborant selbst muss die Seele dieser Thätig-keit sein, mit Lust und Liebe an die Arbeit gehen und allen das Beispielgeben, dass Arbeit ein Genuss ist. In der täglichen Reihenfolge ist ganzbesonders die richtige urnsichtige Benützung des Feuerungsmaterials zu be-rücksichtigen. Alle Operationen , welche eine hohe Temperatur erfordern,müssen wo möglich auf einen Tag zusammengelegt werden. Wenn irgendmöglich, sind Glühoperationen zusammen anzufertigen, damit nicht unnö-thiger Weise die grosse Menge Feuerungsmaterial, die erforderlich ist, umnur Rost, Feuerungsraum und Schornstein so hoch zu erhitzen, als dieserforderlich ist, unnöthig verschwendet wird. Ebenso ist dies bei der Be-nützung der Windöfen zu beobachten.
Alle die erwähnten, und eine grosse Menge anderer kleiner Vortheile,welche zusammengenommen, die Bezeichnung „praktischer Arbeiter" ver-dienen lassen, wird man erreichen, wenn man nur den Willen hat, auf die-selben einige Aufmerksamkeit zu richten. Jeder einzelne Vortheil den maneinmal selbst erfasst hat, geht nicht mehr verloren, er ist ein Capital, wel-ches demjenigen, der es sein eigen nennt, durch die stete Wiederholungreichlich die Mühe vergilt, die das Erwerben gemacht hat. —
Die pharmaceutischen und chemischen Präparate.
Die meisten derjenigen Arzneistoffe, welche in der Apotheke an dasPublikum verabreicht werden, bedürfen entweder einer Vorbereitung, wel-che durch rein mechanische Operationen geschehen oder sie sind phar-maceutische oder chemische Präparate. Die Bereitung dieser Präparate inder ausreichenden Quantität und in vorsehriftsrnässiger Beschaffenheit istder eigentliche nächste Zweck des Defectarius.
Die Pharmaeopoe.
Für diese Anfertigung nun tritt zunächst die Pharmaeopoe in ihreRechte. Die Pharmaeopoe ist: das dem Apotheker vom Staategegebene Gesetzbuch, nach welchem er sich insonders auchbei der Bereitung der pharmaceutischen und chemischenPräparate zu richten hat. Die Richtschnur in dieser Beziehung istfür den Laboranten eine vierfache. Es ist zu berücksichtigen: die Qualitätder zu verwendenden Arzneistoffe, die Quantität der zu verwendenden Arz-neistoffe, der Modus der Darstellung der Präparate und die Prüfung der^selben.
Die Qualität der Arzneistoffe. Alle diejenigen Arzneistoffe,die der Laborant zu der Anfertigung oder Zusammensetzung eines Präpa-rates verwendet, sind von der Pharmaeopoe entweder mittelbar oder un-mittelbar mit besonderen Kennzeichen rücksichtlich ihrer erforderlichen Be-schaffenheit, versehen.
Die unmittelbaren Kennzeichen für die Beschaffenheit der Arzneistoffesind diejenigen, welche die Pharmaeopoe bei der einzelnen Aufzählung derzu dem Präparate zu verwendenden Arzneistoffe anführt Ob eine Substanzin grobem oder feinem Pulver , ob der Weingeist rectifleirt oder höchstrectificirt, ob die Potasche roh, gereinigt oder ganz rein verwendet wer-
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