Defectur.
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Eben so nothwendig, als die richtige Vertheilung der Arbeit auf diePersonen, ist die Vertheilung auf die Zeit, innerhalb der sie vorgenommenwerden müssen. Man thut gut die Arbeiten, welche vorzunehmen sind imAllgemeinen auf grosse Zeiträume vorher zu sehen und zu vertheilen, imBesonderen aber jede einzelne Arbeit in der kürzest möglichen Zeit zu voll-ziehen. Sehr viele Arbeiten sind zu gewissen Jahreseiten mit Vortheil aus-zuführen , andere Fabrikate können zu keiner anderen Jahreszeit als ebenzu einer bestimmten angefertigt werden, z. B. das Stossen der Gummiharze,das Kochen der Fruchtsäfte, die Bereitung vieler Extracte etc.; die meistender auszuführenden Arbeiten aber sind zu jeder Zeit möglich. Damit nuneine Häufung der Arbeit zu mancher Zeit nicht erfolgt, muss der Laborantjene Arbeiten, die doch unter allen Umständen zur Ausführung kommenmüssen und die jeder Zeit ausführbar sind, lange Zeit voraussehen und be-ginnen.
Die Ausführung ist so einfach, dass es in fast allen Fällen ausreicht,nur daran gedacht zu haben. Jeder Defectarius kennt die Menge und denRauminhalt der Gefässe, die Leistungsfähigkeit des Dampfapparates, dieAnzahl der Destillationsgefässe etc. etc. Zwei Fahrikationszweige occu-piren, z.B. in gleichem Maasse diesen Rauminhalt der Gefässe und die Lei-stungsfähigkeit des Dampfapparates. Es sind dies die Extracte und dieSalzlösungen. Von diesen kann der Laborant in Rücksicht auf den Zeit-raum, in welchem sie angefertigt und abgedampft werden können, nur überdie Salzlösungen bestimmen. Ein grosser Theil der Extracte muss aus frischenKräutern gefertigt werden. Ist dies nicht vorher gesehen, wird zu der Zeit, inwelcher Extracte angefertigt werden müssen, auch die Bereitung vonSalzlösun-gen und das Abdampfen und Krystallisiren derselben nöthig, so hat dies zurFolge, dass die Gefässe und dieAbdampfstellen des Dampfapparates nicht zu-reichen und dass sich nicht nur mancherlei Unannehmlichkeiten, sondern auchVerluste und mangelhafte Erfolge daraus ergeben. Oder es soll ein odereinige ätherische Oele angefertigt werden. Hierzu ist der oft mehrwöchent-liche tägliche und unausgesetzte Gebrauch der Destillirblase erforderlich.Geht nun der Laborant an diese Arbeit, ohne sich vorher vergewissert zuhaben, dass seine vorhandenen destillirten Wässer, Spirituosa und sonstigenPräparate, zu deren Anfertigung er gleichfalls der einen Destillirblase bedarf,während der für die Anfertigung des ätherischen Oeles erforderlichen Zeitausreichen, ist er im andern Falle gezwungen, diese Arbeit zu unterbrechen,die Destillirblase in dem Maasse reinigen zu lassen, dass die Destillationeines destillirten Wassers daraus vorgenommen werden kann und muss erdarauf in der Bereitung des ätherischen Oeles weiter fortfahren , so gibtdas eine unverantwortliche und nicht wieder einzubringende Störung.Wie der Laborant in allgemeiner Beziehung durch eine umsichtige Vorher-erwägung und Vertheilung der Arbeit allen unnöthigen Aufenthalt, allesDrängende und Störende vermeiden kann, so ist er auch im Stande, durcheine richtige tägliche Eintheilung und Anordnung die Arbeit selbst ausser-ordentlich zu fördern. Als erste Bedingung dafür ist erforderlich: einerichtige Schätzung des für jede einzelne Arbeit nöthigen Aufwandes vonZeit und Anstrengung. Dies gilt sowohl für die Beurtheilung der eig-nen Thätigkeit als für die der Arbeitsleute und für die Leistungsfähig-keit der Apparate. In Rücksicht hierauf muss die Bestimmung der täg-lich vorzunehmenden Arbeiten geschehen. Unter allen Umständen ist eserforderlich , mil der Arbeit früh zu beginnen. Das Frühaufslehen ist un-umgänglich nothwendig und kräftigt Körper und Geist. Damit zusammenhängt die Anordnung, dass in den Fabrikationslokalen zum Beginn derArbeit Alles zur frühen und bestimmten Stunde hergerichtet ist. Die eigent-
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