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Der praktische Apothekenbetrieb.
selbst, für die Ausführung, ist ja eben die Lehre die praktische Schule.Nur die individuelle Bethätigung, die Berücksichtigung, die Erwägung beson-derer vorliegender Umstände, die thatsächliche Ueberwindung von Schwierig-keiten bilden das mechanische Talent. Und insofern wird die Lehre ebenals Gelegenheit hierzu niemals zu entbehren oder zu ersetzen sein.
An die Uebung des mechanischen Talentes muss man mit einer ge-wissen Unverzagtheit gehen. Alle Schwierigkeiten sind überwindbar. Dasist der oberste Grundsatz. Man muss die Zwecke der vorzunehmendenHandlung verstehen, die auf physikalische, chemische Grundzüge basirendeKenntniss der Eigenschaften und Beschaffenheit der zu behandelnden Stoffesich verschaffen und vor allen Dingen sich angelegen sein lassen, die zuerreichenden Zwecke mit den einfachsten und geringsten sachlichen Mit-teln zu erreichen und, soweit es irgend möglich ist durch körperliche An-strengung, Ausdauer, beharrliche Mühe und Thätigkeit unterstützen.
Die Utensilien im Laboratorium dienen im Allgemeinen zu folgendenZwecken:
zur mechanischen Zertheilung der Arzneirohwaaren;zur mechanischen Trennung der Arzneistoffe, ihrer Lösungen, oderfremdartiger oder unwirksamer Stoffe aus diesen;zur mechanischen Mischung der Arzneimittel;zur Lösung der Arzneikörper oder einzelner Bestandtheile dieser;zur Anwendung von Wärme.
Ä
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1. Zur mechanischen Zertheilung der Arzneiwaarendienende Utensilien.
Schneideapparate. Der Zweck derselben besteht darin, alle jenePflanzenstoffe, die vermöge ihrer Structur und ihrer Ausdehnung sich zumArzneigebrauch nicht eignen, in eine dazu passende Form zu bringen.Die Verwendung der Pflanzenorgane, z. B. der Wurzeln, Kräuter, Blu-men etc. hat häufig den Zweck die in diesen enthaltenen Bestandtheile inLösung zu erhalten. Diese Lösung wird dadurch am sichersten erreicht,wenn die erwähnten Pflanzentheile in einem Grade der Zertheilung ange-wendet werden, welche dem Lösungsmittel den grösstmöglichsten Zutrittzu den Pflanzentheilen verschafft. Nicht die weiteste Zertheilung isthierzu am geeignetsten. Sehr fein zertheilte Vegetabilien werden in dereneinzelnen Theilchen wohl erschöpft, in der zusammenhängenden Masseaber die sie bilden, bieten sie nicht nur der dauernden Berührung mit demLösungsmittel Widerstand, sondern sie halten auch innerhalb dieser Massedie gelösten Stoffe zurück. Die passendsten, für die Erschöpfung der Vege-tabilien durch Lösungsmittel geeignetsten Formen sind möglichst gleichmässigeStückchen von 1—3 Linien Durchmesser. Die Herstellung der Zertheilungder Vegetabilien in derartige gleichmässige, von den feineren wie gröberenTheilen befreite Stückchen ist der Zweck der Schneideapparate.
Schneidemesser oder Wurzelmesser. Zur Zertheilung derWurzeln, Hölzer, Stengel, auch wohl der Kräuter bedient man sich einesSchneidemessers. Als solches dient ein langes grades Messer, welches mithölzernem Handgriff versehen ist und an dem entgegengesetzten Ende umeinen festen Punkt beweglich ist. Es wirkt also als einarmiger Hebel.Die Zertheilung der Vegetabilien geschieht entweder auf einem hölzernenKlotze oder durch Herablaufen des Messers an einer eisernen Pfanne, durchwelche die Vegetabilien gedrängt werden.
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