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Der praktische Apothekenbetrieb.
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neimitteln beobachteten Eigenschaften, die Zwecke zu denen sie verwendet,die Orte woher sie stammten, die Wirkung die sie verursachten, oder dieman von ihnen erwartete.
Auf diese Weise entstanden die Namen aller der Gegenstände, wel-che die Menschen für ihre Nahrung, ihre Kleidung, ihr Obdach und auchfür ihren Arzneigebrauch benutzten. Jedes Volk und jede Sprache hatdiesen ursprünglichen Bildungsvorgang der Namen durchgemacht.
Als die Völker mit einander in Verbindung traten, so gelangten auchdie Gegenstände, die von ihnen als Mittel zur Befriedigung ihrer Bedürf.nisse, oder zu geistigen Genüssen, zu gewerblichen oder sonstigen Zwek-ken verwendet wurden, aus dem Gebrauche des einen in den des anderenVolkes. Die zweckentsprechendsten Gegenstände wurden die gebräuch-lichsten. Ein Volk lernte die Nahrungs- und Kleidungsstoffe eines andernbenutzen, während dieses wiederum vielleicht den Gebrauch der Waffen,der Geschmeide oder der Arzneien des ersteren annahm.
Den Gegenständen folgten dann auch die dafür in Gebrauch begrif-fenen Namen. Diese gingen entweder in ihren ursprünglichen Lauten indie fremde Sprache über, oder wurden nach der Lautbildung der letzterenverändert. Aus dem griechischen ,£iyyißegi<; a wurde z. B. das lateinische„Zingiber" und daraus das deutsche Wort „Ingber."
Dieser ursprüngliche Verbreitungsweg der Arzneinamen von einemVolke zum andern und einer Sprache zur anderen hat bis heut noch nichtaufgehört. Wo irgend die Völker mit einander durch Handel in Verkehrtreten, oder Nachbarvölker sind, da findet heut noch ein solcher Austauschder Arzneinamen statt.
Gegenwärtig, besonders aber in den frühesten Zeiten sind es haupt-sächlich die Namen der Volksarzneimittel, welche auf diesem Wege ver-breitet werden. Alle alten und ein grosser Theil der neuen Arzneinamensind Volksarzneinamen. Manche unter ihnen sind, so wie der Gebrauchder Arzneimittel, denen sie angehören, uralt. Aloe, Myrrha, Senna, Cam-phor, Zinnober etc. erwähnten schon Plinius, Dioseorides, das alte Testa-ment etc. als überall gebräuchlich. Sie und viele andere reichen über dasZeitalter der Römer, Griechen, Hebräer, Pliönicier, in das des ältestenAegyptens und Altindiens.
Ihre Kenntniss und der Gebrauch der Arzneimittel überkam uns zumgrossen Theil durch die Vermittelung der Araber, auf welche die Cultur•und die Kenntnisse der genannten alten klassischen Völker als Erbe über-gegangen war und welche mit demselben länger als ein halbes Jahrtau-tausend besonders die Arzneikunde pflegten. Einen anderen Theil derArzneinamen erhielten wir aus dem Handelsverkehr der Holländer undEngländer, Portugiesen und Spanier mit Südost- und mit Mittel - asiatischenReichen. Andere endlich waren Volksarzneimittel der Urbewohner Amerikasoder des Inneren von Afrika. Wie rasch eine solche Verbreitung stattfin-det, sieht man am besten aus dem erst seit einigen Jahren in Gebrauchbegriffenen Kousso. Hierzu gesellten sich die Namen der in Deutschlandeinheimischen und in Gebrauch begriffenen Arzneimittel.
Dieser ursprüngliche Weg der Verbreitung der Arzneimittelnamen bliebindessen nicht der alleinherrschende. Es hatte sich in Griechenland ange-fangen die Arzneiwissenschaft zu bilden. Ein grosser Mann, Hippokrates, warihr Schöpfer. Mit ausserordentlich umfassendem Geiste sammelte und sich-tete er die damals bekannt gewesenen medizinischen Kenntnisse und grün-dete auf sie, mit scharfem Urtheil die erste arzneiwissenschaftliche Schule.Hippokrates schöpfte die Kenntniss der Arzneinamen, wie die des medizi-nischen Wissens überhaupt aus der öffentlichen Kenntniss. Vor Gründung eines