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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
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I. Abtheilung.

Handverkauf.

Gewöhnlich erhält der in die Apotheke eintretende Lehrling als ersteBeschäftigung den Handverkauf zugewiesen. Er hat die von dem Publi-kum nach Namen, Gewichtsmengen oder Preisangaben geforderten Arznei-mittel zu verabreichen.

Zu diesem Behufe ist es erforderlich, dass der Lehrling die Namender Arzneimittel kennen lernt, dass er die letzteren rasch auffindet, mitWaage und Gewichten umzugehen versteht und die Arzneipreise beachtet.

Nomenclaiur.

Für die Notwendigkeit die Arzneinamen rasch zu lernen, spricht dieSache selbst. Jeden jungen Mann, der die Expedition des Handverkaufesübernimmt, bringen die Unmasse neuer Namen und Gegenstände, unterwelchen er den betreffenden aufsuchen soll in Verwirrung, zumal wenn diesAuffinden rasch und wie gewöhnlich unter den Augen des Publikums ge-schehen soll. Erst die Kenntniss der Namen giebt ihm allmälig Sicherheit,und macht das Fragen und die Missverständnisse aufhören. Je eher eralso jene Kenntniss erlangt, je eher er sich durch dieselbe in der Reihen-ordnung und den Aufbewahrungsorten der Arzneimittel zurecht zu findenweiss, um so eher wird aus ihm ein tüchtiger und gewandter Expedient.Dieserhalb muss die Erlangung der Kenntniss der Arzneinamen seine ersteAufgabe sein.

Aber auch gründlich muss er diese Aufgabe zu erfüllen suchen. Esträgt nichts so sehr den Stempel der Unwissenschaftlichkeit, des Mangels anklassischer Bildung als der unrichtige Gebrauch oder die unrichtige Beto-nung, oder wohl gar grammaticalische Fehler in der Aussprache oder derSchrift der alten Sprachen. Es muss die erste Sorge jedes jungen Mannessein, der diesen Vorwurf vermeiden will, sich die sprachwissenschaftlicheVerständniss derjenigen Bezeichnungen und "Worte anzueignen, die ertäglich zu gebrauchen hat.

Die ursprünglichen Arzneinamen sind entstanden, wie die Namen al-ler anderen Gegenstände, zu welchen der Mensch frühzeitig in Beziehungtrat. Anfangs waren es fast immer nur äussere, durch die Sinne empfan-gene Eindrücke, auffallende Formen, Farben etc., von denen die Arznei-namen abhängig waren. Später erst benutzte man auch die an den Arz-

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