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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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fang, in leicht erkennbares Antimonoxyd umgewandelt werden, in-dem man ihn in heisser Salzsäure auflöst, die Auflösung durch koh-lensaures Ammoniak fallt, den Niederschlag sammelt und trocknet.

b. Wenn der auf Brechweinstein zu untersuchende Körper eine,organische Substanzen haltige, dunkelgefärbtc, dickliche oder brei-artige Flüssigkeit ist: so vermische man sie genau mit gleichviel oderdoppelt soviel rectificirtem Weingeiste, giesse hierauf das Gemengeauf ein Filtrum von Fliesspapier, setze zu dem Filtrat einige Tro-pfen reiner Essigsäure und leite so viel Schwefelwasserstoffgas hin-ein, dass der Geruch stark vorherrscht. Man bedeckt das Gefässlose mit Papier, lässt es 6, 12 bis 24 Stunden an einem massigwarmen Orte stehen, bis aller in Ueberschuss vorhandener Schwefel-wasserstoff entwichen, sammelt den Niederschlag, wenn ein solcherentstanden, auf einem Filter, süsst ihn mit reinem Wasser aus, spültihn mittelst der Spritzflasche in einen kleinen Digerirkolben ab, giesstdie klare Flüssigkeit ab, erhitzt endlich den Rest bis zum Sieden,und setzt während dessen so lange Königswasser tropfenweise zu, bisAlles zu einer klaren Flüssigkeit aufgelöst ist. Die Auflösung wirdmit einigen Tropfen aufgelöster Weinsteinsäure versetzt, fütrirt, dasFilter mit reinem Wasser ausgesüsst, die gesammten Filtrate zuerstmit Aetzammoniak übersättigt und hierauf Schwefelwasserstoffgas biszur Sättigung des freien Ammoniaks eingeleitet. Ist hierdurch eineFällung bewirkt worden, so wird die Flüssigkeit abermals klar fütrirt,das Filtrat bis zur sauren Reaction mit reiner Salzsäure versetzt unddas Gemisch hierauf durch mehrere Stunden an einem warmen Ortesich selbst überlassen. Die Anwesenheit von Antimon giebt sichdurch das Erscheinen eines orangefarbenen Niederschlages zu erken-nen, welcher nach der sub a. angegebenen Weise in leicht erkenn-bares Antimonoxyd umgewandelt werden kann. *) Erscheint je-doch kein orangefarbener Niederschlag, so enthält der also behan-delte Körper keinen, oder wenigstens keinen unzersetzten Brechwein-stein, und man muss zur Aufsuchung irgend einer anderen unlösli-chen Antimonverbindung in dem vom wässerigen Weingeiste nichtaufgenommenen Rückstände schreiten (Einleitung § 3. C. 5).

Wenn die Menge des im weingeistigen Auszuge vorgefundenenAntimons nicht ganz gering ist, so liegt es nicht ausser den Grenzender Möglichkeit, gleichzeitig auch die übrigen Bestandteile desBrechweinsteins, Kali und Weinsteinsäure, nachzuweisen. Zu diesemBehufe versetze man die weingeistige, von dem durch Schwefelwas-serstoff bewirkten Niederschlag getrennte Flüssigkeit so lange miteiner Auflösung von essigsaurem Bleioxyd, als noch dadurch eine

*) Wiewohl nämlich das Erscheinen eines orangefarbenen Niederschlagesfür das Antimon charakteristisch ist, so hann doch zuweilen auch bei Vor-handensein von Antimon, durch die gleichzeitige Gegenwart organischerSubstanzen, die Farbe des Niederschlages so modiiieirt -werden, dass er demvon Arsen oder Zinn herrührenden täuschend ähnlich wird, und heinc be-stimmte Entscheidung zulässt. Dadurch, dass man ihn iii Oxyd verwandelt,werden aber alle Zweifel gehoben, denn das A^erhalten des Antimonoxydsbeim Erhitzen in der Glasröhre und mit Soda auf der Kohle ist so charak-teristisch, dass es heinc Täuschung gestattet.