______ 316 ---------
durch sehr verdünnte Auflösungen von salpetersaurem Silber und vonsalzsaurem Baryt getrübt wird;
c. durch vollständige Auflöslichkeit des beim Zusatz von Schwe-felammonium zu der vorhergehenden Lösung anfänglich entstehendenNiederschlages in einem Uebermaasse desselben Fällungsmittels, ohnetlass ein naehheriger Zusatz von kohlensaurem Ammoniak irgend eineTrübung hervorbringt — das Gegentheil in dem einen oder dem an-dern Falle verräth fremdartige Beimischungen ;
d. durch Abwesenheit von Arsenik, was man folgendermaasseuerforscht: Man vermischt 30 Grane von dem zu prüfenden Breeh-weinstein genau mit 60 Granen chlorfreiem Salpeter, trägt das Ge-misch in kleinen Portionen in einen über der Weingeistlampe bisnahe zum Glühen erhitzten Porcellantiegel ein, erhält die Masse,nachdem das Ganze eingetragen, noch 10 Minuten lang im Glühen,übergiesst sie hierauf mit einer Unze destillirten Wasser und giesst,sobald das Ganze aufgeweicht ist, alles auf ein Filter aus. Man neu-tralisirt hierauf das alkalische Filtrat mit verdünnter reiner Salpeter-säure möglichst genau, und tröpfelt dann aufgelöstes salpetersauresSilber zu — eine röthliche braune Trübung verräth das Vorhanden-sein von Arsenik, gegenfails bleibt die Flüssigkeit unverändert, oderwird höchstens weisslich getrübt.
§ 463. Crerichtlicbe Ausmittelung-. Der Brechweinsteinist unter allen Antimonialpräparaten dasjenige, dessen Ermittelungvorzugsweise Gegenstand polizeilich-chemischer Untersuchungen wer-den kann, daher man auch in solchen Fällen, wo Ursache vorhandenist, eine Antimonvergiftung zu argwohnen, besonders auf dieses Prä-parat Bücksicht zu nehmen hat, da überdem bei Nichtvorhandenseinvon Brechweinstein die anderweitige Aufsuchung von Antimon leichtgleichzeitig ausgeführt werden kann.
a. Wie der Brechweinstein, wenn er in Substanz vorliegt, amleichtesten erkannt wird, ist bereits oben angegeben. In einfacherAuflösung ist das Schwefelwasserstoffgas das zuverlässigste Erken-nungsmittel; es bringt in einer Flüssigkeit, worin auf 8 Unzen nur1 Gran Brechweinstein enthalten ist, und welche vor der Prüfungdurch einige Tropfen reine Salzsäure angesäuert worden, augenblick-lich eine orange Trübung hervor, und nach einiger Zeit sondert sichein reichlicher flockiger Niederschlag von gleicher Farbe ab, welcherdurch Zusatz von etwas Schwefelammonium wieder aufgelöst wird.Diese Erscheinung wird durch kein anderes Metalloxyd hervorgebracht.■— In dem Falle, wo die auf Brechweinstein zu prüfende Flüssigkeitein anderes, durch Schwefelwasserstoff mit dunkeler Farbe fällbares,Metall enthält, das etwanige gleichzeitige Vorhandensein von Brech-weinstein daher aus der Farbe des Niederschlages nicht erkannt wer-den kann: trenne man letzteren durch Filtriren von der übrigenFlüssigkeit, spüle ihn mittelst der Spritzflasche aus dem durchsto-chenen Filter in ein Probirglas ab, setze etwas Schwefelammonium-flüssigkeit zu, schüttele dann das Gemisch wohl um, filtrire aber-mals und versetze endlich das Filtrat mit verdünnter reiner Salzsäurebis zur sauren Iteaction. Bei Vorhandensein von Antimon erscheintnun der orange Niederschlag rein. Er kann, Behufs näherer Prü-