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Auch mit dem thierischen Faserstoffe und dem organischen Ge-webe überhaupt geht das Aetzsublimat eine unlösliche Verbindungein, wodurch diese Stoffe die Fähigkeit erhalten, der Verwesung 211widerstehen. Man bedient sich daher des Sublimats zur Verwahrunggewisser anatomischer Präparate, und man hat ihn auch mit giückli-chem Erfolge angewandt, um Leichen vor der Fäulniss zu bewahrenindem man sie einige Zeit vor dem Einkleiden in eine spirituöse Auf.lösung von Aetzsublimat eintränkt. *)
§ 34:3. Erkennung. Man erkennt das Aetzsublimat in Sulj-stanz als solches an seinem Verhalten beim Erhitzen in der Glas.röhre ohne und mit Zusatz von Soda: für sich erhitzt, schmilzt er
Nach einer Stunde erfolgte Trübung und nach 3 Stunden ein dunkelbraunstNiederschlag. Die Flüssigkeit war um Vieles heller, zeigte aber noch eine nnicht unbedeutenden Sublimatgehalt. Das Abgelagerte enthielt nur sehr wj.nig Kalomel.
Cort. Chinae. Der weingelbe Aufguss gab mit Sublimatauflösung au.genblicklich einen bedeutenden röthlichweissen Niederschlag. Die überste.hende Flüssigkeit war kaum merklich gefärbt und Reagentien gaben darinkeine oder doch nur höchst schwache Spuren eines Quecksilbergehaltes 2 Uerkennen. Der Niederschlag enthielt alles Quecksilber im Zustande vonOxyd.
Und. Gruntinis. Der hellbraune, vollkommen durchsichtige Aufgusstrübt sich erst nach einer Stunde und es bildete sich alhnälig ein gelblich,weisser Absatz, welcher sich im Wesentlichen wie Kalomel verhielt. Di eFlüssigkeit hielt noch etwas Quecksilber zurück.
Lignum Quassiae. Der Aufguss zersetzte das Aetzsublimat ebenfallsnur sehr langsam.
Zucker, Gummi, Quittenschleim zersetzten die Sublimatauflosiuiirum so langsamer, je reiner sie angewandt wurden. So zeigte ein Gemischaus anderthalb Unzen eines kaltbereiteten und wasserklaren Quittenschleuusund einer Auflösung von % Gran Aetzsublimat in einer halben Unze Wassernach 8 Tagen noch keine Veränderung.
Brotkrume. Zwei Drachmen weisse Brotkrume gaben mit 6 Gran Actz.Sublimat und einer hinlänglichen Menge Wasser eine Pillenmasse, worausnach dem völligen Austrocknen Aether fast allen angewandten Sublimat wie.der aufnahm.
Succus liquiritiae und Aetzsublimat in demselben Verhältnisse, wieim Vorhergehenden angewandt, lieferten eine Pilleninasse, woraus Aetheikein Sublimat aufnahm; der Rückstand nach dem Verdunsten des Aethctsreagirte sauer, enthielt aber kein Quecksilber.
Dieses abweichende Verhalten des Lakritzensaftes von dem des Lakritzenaufgusses findet auch bei den andern Vegctabilien statt, wenn sie anstaltals Aufguss in Extractform angewandt werden, und ist eine Folge der Ver-änderung, welche ersterer während des Verdampfens bis zur Extractdicliedurch den Einfluss der höheren Temperatur und der atmospärischen Lufterleidet.
Opium. Opiumaufguss schlägt die Subliinataullösung vollständig nieder,so dass die abgegossene Flüssigkeit an damit digerirten Aether kein Subli-mat abgiebt.
Quajakharz liefert mit Gummischleim und Sublimat eine Pillenmasse,woraus Aether und Wasser keine Quecksilberverbindung aufnehmen. DerSublimat ist vollständig in Kalomel umgewandelt.
*) Ein wohlfeileres und minder gefährliches Aufbewahrungsmittel istfolgendes: Man nimmt 6 Theile Alaun und 3 1 /, Theile Salpeter, löst jedesfür sich in 28 Theilen kochenden Wassers, vermischt beide Auflösungen,stellt die Mischung durch 24 Stunden bei Seite. Nach Verlauf dieser Zeitgiesst man die klare Flüssigkeit ab und bewahrt sie zum Gebrauch auf.