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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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und sublimirt vollständig; mit Soda erhitzt, liefert es metallischesQuecksilber. — Die Reinheit ergiebt sich:

Prüfung, a. aus der vollständigen Verflüchtigung beim Erhit-zen auf Platinblech über der Weingeistlampe;

b. aus der fast vollständigen Auflöslichkeit in drei Theilcn starkenWeingeistes; ein geringer weisser Rückstand (Kalomel) findet gewöhn-lich statt.

§ 243. Gerichtliche Ausmittelung. Wiewohl, wie aus demin § 2il c. angeführten Verhalten des Aetzsublimats gegen Reagen-tien hervorgeht, die Entdeckung des Aetzsublimats in einfacher Auf-lösung keinen Schwierigkeiten unterliegt, so ist es doch andererseitsbei einer durch ein Quecksilberpräparat stattgehabten Vergiftungschwierig zu entscheiden, ob Aetzsublimat oder eine andere Queck-silberverbindung das Gift gewesen, wenn nichts mehr davon in un-vermischter Gestalt vorhanden ist, da das Chlor, der zweite Bestand-theil des Aetzsublimats, in fast allen Speisen, ausgebrochenen Sub-stanzen u. d. m. an Natrium gebunden als Kochsalz enthalten ist. *)Höchstens nur aus der Abwesenheit irgend eines anderen Lösungsmit-tels bei übrigens vorwaltender freier Salzsäure wird man folgern kön-nen, dass Chlorquecksilber das Gift gewesen sei; wie denn überhauptder Aetzsublimat als Gegenstand technischer Anwendung das Zugäng-lichste unter den Quecksilbergiften ist.

Hydrargymm muriaticiini mite.

(Mercurius dulcis. Chloretum hydrargyromm.)

Protochlorure de Mercure.

(Sublime doux.)

Versüsstes Quecksilbersublimat. Kalomel. Quecksilberchloriir.

§ 344. Kalomel. a. Man gewinnt dieses wichtige Arznei-mittel • entweder auf trockenem Wege durch Sublimation eines innigenGemisches aus 4 Aetzsublimats und 3 metallischen Quecksilbers, oderauf nassem Wege durch Präcipitation von salpetersaurer Quecksilber-oxydulflüssigkeit mit einer Auflösung von Kochsalz. Letzteres Prä-parat zeichnet sich vor dem ersteren durch eine äusserst feine Zer-theilung aus, welche diesem auch durch das sorgfältigste, Präparirennicht gegeben werden kann, und worauf allein die etwaigen abwei-chenden Wirkungen des auf nassem Wege bereiteten Kalomels beru-hen könnten, da beide in der Zusammensetzung vollkommen identischsind. In England, wo der Verbrauch an Kalomel, besonders als Aus-fuhrartikel nach den Kolonien, sehr gross ist, hat man bei dessenBereitung durch Sublimation ein Verfahren in Anwendung gebracht,mittelst dessen auch bei diesem Processe das Präparat unmittelbar in