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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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Fleischbrühe. Metallisches Kupfer scheidet das Quecksilber aus die-sen Auflösungen eben so leicht aus, wie aus einer sauren. Schwefel-wasserstoff färbt die Auflösung braun oder schwarz, doch scheidetsich das gebildete Schwefelquecksilber nur sehr langsam ab. — Demthierischen Eiweiss ähnlich verhält sich das vegetabilische Eiweissund der in den Samen der Cerealien enthaltene Pflanzenleim oderKleber (Gluten), und alle vegetabilischen Körper, welche diese Stoffeenthalten, als frische Pflanzensäfte, Samenemulsionen, die verschiede-nen Mehlarten, die Mica partis. Gewöhnlich bedient man sich derletzteren als Einhüllungsmittel des Sublimats bei dessen arzneilicherAnwendung in Pillenform, weit zweckmässiger und sicherer ist aberzu gleichem BeJiufe das reine Amylum mit einem geringen Zusätzevon Kochsalz. Amylum an und für sich wirkt nur sehr langsam zer-legend auf das Sublimat ein, Kochsalz hemmt durch seine Neigung,mit dem Sublimat eine chemische Verbindung einzugehen, auch dieselangsame Zerlegung und bewirkt ausserdem, dass die Pillen ihreLeichtlöslichkeit beibehalten. *)

*) P a gcn stc clie r hat viele Versuche angestellt, in der Absicht, denEiniluss kennen zu lernen, welchen mehrere organische Substanzen, mit de-nen das Sublimat in Verbindung verordnet zu werden pflegt, auf dieses aus-üben. Ich theiie hier einige derselben mit, da die Kenntniss der erhaltenenResultate für den praktischen Arzt nicht ohne Interesse sein dürfte.

Rad. A Ithaeae. Eine Unze Eibischaufguss (1 : 8) mit 4 Gran Subli-mat in Wasser gelost zusammengebracht, brachte sogleich keine auffallendeVeränderung hervor. Nach einer Stunde trat Trübung ein und es setzte sichnach und nach ein lockerer, gelblichbrauner Niederschlag ab. Die abgegos-sene klare Flüssigkeit gab mit Kalkwasser noch einen gelben Niederschlagund Aetbcr entzog derselben noch etwas Sublimat. Der Niederschlag ent-hielt Kalomel, aber kein Quecksilberoxyd.

Stip. Dulcamarae. Eine Unze des braungelbcn Aufgusses mit einerhalben Unze Sublimataullösung (1 : CO) vermischt, wurde schon nacli weni-gen Minuten trübe, und es lagerte sich ein Niederschlag ab, welcher sichallmälig vermehrte. Die Flüssigkeit erschien dann nur noch sehr blass ge-färbt, enthielt aber noch unverändertes Sublimat. Der Niederschlag enthieltQuecksilberoxyd und Kalomel.

Rad. Glyzyrrhizae. Eine Unze des braunroth gefärbten Aufgussesmit einer halben Unze Sublimatsolution vermischt, wurde bald trübe. Dieabgelagerte Flüssigkeit hatte nach 24 Stunden eine hellere Farbe angenom-men, enthielt aber noch unzersetztes Sublimat. Der Rodensatz enthieltQuecksilberoxyd und Kalomel. ■

Rad. CoLumbo. Eine Unze des ziemlich dunkel gefärbten Aufgussesmit einer halben Unze Sublimatsolution vermischt, trübte sich erst nach 48Stunden, und es setzte sich ganz allmälig ein hell schmutziggelber Nieder-schlag in äusserst geringer Menge ab, derselbe enthielt kein Quecksilberoxydund nur sehr wenig Kalomel. Die Flüssigkeit war um Vieles heller gewor-den und durch Reagenticn war darin noch ein bedeutender Sublimalgehaltnachzuweisen.

Cortex Quercus. Eine Unze des dunkelbraunen Aufgusses mit einerhalben Unze Sublimataullösung vermischt, trübte sich bald. Nach einigenStunden hatte sich ein röthlichbrauncr ziemlich reichlicher Niederschlag ab-geschieden, welcher Quecksilberoxyd und auch Kalomel enthielt. Die Flüs-sigkeit war noch Sublimathallig.

Rad. Saponariae. Der Aufguss gab durch Vermischung mit Subli-mataullösung auch nach 6 Stunden noch keine Veränderung zu erkennen.

Und. Sassaparillae. Anderthalb Unzen des dunkelbraunen Aufgussesmit i Drachmen Sublimataullösung vermischt, blieben Anfangs unverändert.

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