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bei gleichzeitiger Anwesenheit eines Arnmoniaksalzes aber weisse. —Kaustisches und kohlensaures Ammoniak bewirkt einen weissen Nie-derschlag, welcher in überschüssigem Ammoniak in geringer Mengelöslich ist, und dessen Entstehen durch die Gegenwart einer organi-schen Substanz mehr oder weniger verhindert wird. — Alkaliseife(Sapo medicatus) zerlegt die Sublimatauflösung und bewirkt einenNiederschlag, welcher eine in Wasser unlösliche Quecksilberoxydseifeist. — Schwefelwasserstoff, Schwefelalkalien und Jodkalium verhaltensich gegen eine Auflösung von Aetzsublimat wie oben § 230 angege-ben; durch die Mitanwesenheit organischer Substanzen wird das äus-sere Ansehen der Niederschläge mannigfaltig modificirt. — Eine Auf-lösung von salpetersaurem Silber bringt mit Aetzsublimat einen weis-sen käsigen Niederschlag von Chlorsilber hervor und die Flüssigkeitenthält dann salpetersaures Quecksilberoxyd. — Gallustinctur ist ohneWirkung, ebenso schwefelsaure, salpetersaure, phosphorsaure und es-sigsaure Alkalien. — Metallisches Quecksilber entzieht der Sublimat-auflösung allmälig alles Sublimat, sich damit in Kalomel umwandelnd,welches sich als ein graues Pulver am Boden des Gefässes ansam-melt. Die graue Farbe wird durch fein eingemengtes regulinischesQuecksilber bedingt. — Wird Aetzsublimatlösung auf blankes metalli-sches Kupfer getröpfelt, so bedeckt sich dieses mit einem weisslich-grauen Ueberzuge, und die Oberfläche des Metalies erscheint beimReiben mit Papier silberglänzend. — MetaJlsalze, deren Basis einerhöheren Oxydation fähig ist, z. B. Zinnoxydul- und Eisenoxydulsalze,scheiden aus der Sublimatauflösung anfanglich Kalomel, und endlich,wenn sie in hinreichender Menge zugesetzt werden, regulinischesQuecksilber ab. — Mineralsäuren sind selbst im concentrirten Zu-stande ohne Einwirkung.
d. In über Vegetabilien abdestillirten Wässern aufgelöst, erleidetdas Aetzsublimat allmälig eine Reduction zu Kalomel oder metalli-schem Quecksilber, wenn gleichzeitig eine Wirkung des Sonnenlichtesstattfindet; die Flüssigkeit röthet dann Veilchensaft. Dasselbe findetstatt, wenn zu der Auflösung von Sublimat in reinem Wasser Gummi,Zucker, Zuckersäfte, Pflanzenschleim, vegetabilische Extracte zuge-setzt werden; ein Zusatz von Salmiak oder Kochsalz hemmt die Zer-setzung. In Burgunderwein verursacht das Aetzsublimat Anfangs keineTrübung, doch tritt auch hier die eben bemerkte Reduction allmäligein.
Unter allen organischen Substanzen übt aber das Eiweiss einemerkwürdige Einwirkung auf das Aetzsublimat aus, welche Veranlas-sung gegeben hat, darin ein besonderes wirksames Gegengift bei Su-blimatvergiftungen aufzufinden. Setzt man zu einer Sublimatauflösungin Wasser aufgelöstes Eiweiss zu: so entsteht sogleich ein weisserflockiger Niederschlag, welcher eine Verbindung von Eiweiss mitQuecksilberoxyd ist, während die Flüssigkeit freie Salzsäure enthält.Hundert Theile frisches Eiweiss fällen zwei Theile in Wasser aufge-lösten Sublimats vollständig aus; der Niederschlag ist in Wasser un-löslich, in geringer Menge löslich in überschüssigem Eiweiss, leicht-löslich in reinen und kohlensauren Alkalien, ebenso in Auflösungenvon Kochsalz und Salmiak, und kochsalzhaltigen Flüssigkeiten, z. B.