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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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stellt werden, und die höchst concentrirte Säure, wie sie durchDestillation von trockenen essigsauren Salzen mit concentrirter Schwe-felsäure erhalten wird, enthält noch gegen 15 Proc. Wasser.

b. Acldum aceticum glacitite. Die concentrirteste Essig-säure wird auch Eisessig (Acetum glaciale s. rudicalej genannt, weilsie schon bei -4-14° in grossen blättrigen Krystallen erstarrt; sie istbei mittlerer Temperatur eine farblose, entzündliche Flüssigkeit vonsehr scharfen saurem Geruch und Geschmack, und besitzt ein spec.Gew. 3= 1,057 bei -4- 15°. Sie wird nur als Riechmittel und ätis-serlich als Reizmittel angewandt, so wie auch wegen ihrer Fälligkeit,sich mit reinen aetherischen Oelen in jedem Verhältnisse mischen zulassen, zur Bereitung des Acidl acetici aromatici.

c. Jicidum aceticum JPA. Bor. In der Preussischen Phar-makopoe ist der Eisessig nicht aufgenommen, das Acidum aceticumPk. Bor. ist minder concentrirt, besitzt dasselbe speeifische Gewichtwie der Eisessig, enthält über 62 Proc. Wasser und liefert kein homoge-nes Acidum aceticum aromaticum, da es wegen seines grossen Wasserge-haltes nur geringe Mengen von aetherischen Oelen aufzulösen vermag.

d. Acetum concentratum. Das Acetum concentratum PLBor. ist eine noch mehr verdünnte Essigsäure, es enthält bei einemspeeifischen Gewicht = 1,035 bis 1,045 zwischen SO und 75 Proc,Wasser, erfordert 0,33 bis 0,40 trockenes kohlensaures Kali zur Sät-tigung. Dieses und das vorhergehende Präparat unterscheiden sichäusserlich von der höchst concentrirten Essigsäure nur durch schwä-cheren Geruch und Geschmack.

e. Eine noch schwächere Essigsäure ist der destillirte Essig('Acetum destillatum), welchen man durch Destillation von rohem Essigaus einer kupfernen Blase mit Helm und Kühirohr von Glas erhält,Es ist eine wasserhelle, farblose Flüssigkeit von schwach saurem Ge-ruch und Geschmack, deren Säuregehalt geringer ist, als der des ro-hen Essigs, woraus sie dargestellt worden, weil bei der Destillationwegen des höheren Siedepunctes der Essigsäure eine wässerigere Flüs-sigkeit zuerst übergeht, und die Säure in der Blase sich concentrirt.Der Säuregehalt des destillirten Essigs muss mindestens soviel be-tragen, dass 24 Theile davon hinreichen, einen Theil trockenes koh-lensaures Kali zu neutralisiren, was ungefähr 3*^ Proc. Säure undeinem spec. Gew. = 1,006 bei -4-15° entspricht.

§ ©. Erkennung. Man erkennt die Essigsäure durch denGeruch und daran, dass sie nach der Neutralisation mit kohlensauremKali beim Zutröpfeln von Eisenchloridlösung (Liq. ferri muriatici oxfdatij, welche fast bis zur Farblosigkeit verdünnt ist, eine, je naclider Concentration der Säure, mehr oder minder dunkele, braunrotheFarbe erhält. Die gute Beschaffenheit giebt sich kund:

Prüfung, a. durch die der Beschreibung nachkommenden phy-sischen Eigenschaften und respective Sättigungscapacität für kohlen-saures Kali;

b. durch Ungetrübtbleiben beim Zutröpfeln von aufgelöstem salpetersaurem Silber *) und salzsaurem Baryt, letzteres sowohl vor als

*) Das Acetum conc. Pk. Bor. enthält zufolge seiner gesetzlich vorjjc-