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Aurantiaccae.
1949
gen aus Nizza ergaben durch Auspressen zwei Unzen vierDrachmen ambrafarbiges Oel, welches leicht ranzig* wird;es riecht wie die Kracht und setzt nach einigen Tagen eineschleimige Substanz ab, die man absondern inufs, um völligeZersetzung zu vermeiden. Eine gleiche Menge Orangen ga-ben destilhrt zwei Unzen sechs Drachmen, fast farbloses, aberschwächer riechendes Oel. Aus hundert Pfund frischer Oran-genblätter von Nizza wurden fünf Unzen zwei Drachmen hellambrafarbenes Oel erhalten, weiches später eine dunklereFarbe annimmt, im Handel als Petit grain bekannt ist,und stark consumirt wird. Aus hundert Pfund frischem Oran-genholz wurden drei Unzen gelbliches Oel gewonnen, wel-ches braun wurde und schärfer war, als das der Blätter.
Anwendung. lu Deutschland werden die Orangen als Arzneimittel wenigbeachtet, mehr benutzen sie die Aerzte der südlichen Länder} in denen dieseschonen Gewächse unter freiem Himmel gezogen werden können. Frische Oran-gen hat man als diätetisches Mittel bei Scorbut, Heiserkeit, in chronischenKatarrhen, bei Halsschwindsucht und g ,] gen manche andere Krankheiten ver-ordnet; weit häufiger aber werden sie Mos ihres Wohlgeschmackes wegen ver-speist, zumal die Spielarten mit rother Pulpe, welche süfser sind, als die mitweifsem Fleische; wenn sie nicht vollkommen reif sind, bestreut man die Oran-genscheiben wohl auch mit Zucker oder taucht sie in Maderawein in mit Was-ser vermischte Liqueure u. s. w. Aufser manchen andern Zubereitungen ausOrangen, die der Küche angehören, äst hier noch die sogenannte Orangeadezu erwähnen, ein Getränke, das mit Orangensaft, Wasser und Zucker bereitet,in Callenfiebern , in entzündlichen Krankheiten, als ein angenehmes uud küh-lendes Mittel, zumal in Frankreich sehr beliebt ist- Auch kann man mit Oran-gensaft und Zucker einen guten Sjrup bereiten Ein anderes auch in Deutsch-land wohl bekanntes Getränke ist Bischof f, es wird bereitet, indem manfrische eingekerbte Orangen über glühenden Kohlen bis zur Braune röstet, dannzerquetscht, mit erwärmtem rotnem Weine übergiefst, einige Stunden digerirtund dann Zucker zusetzt Auch eine Tinctur, ß i s c h o f f s e s s e n z genannt,wird zur Darsiellung eines solchen Getränkes benutzt. Man sehe Phöbus Hand-buch der Arzneiverordnungslehre, 2te Ausg. Bd. 2. pag. 556, wo noch die Be-reitungsart mehrerer anderer ähnlicher Getränke gelehrt wird. Die Blumen undSchalen der Orangen werden auch zu mancherlei Liqueuren u s. w. verwendet.
Geschichte. Wenn den Griechen und Römern die bittre Pomeranze vonAfrika her, wohin sie auch die Gärten der Hesperiden verlegen, bekannt gewor-den war *), so scheinen ihnen doch die veredelten und ef^baren Orangen unbe-kannt geblieben zu seyn , die allem Ansehen nach durch lange Cultur und diekünstlichen Vermehrungsarten im südlichen Asien, zumal in China entslaudeu.Die Umgehung der Stadt Kuei - tscheou - f'u ist reich an Pomeranzen, Citronen,Liutonenwäldern , und in Cochinchina sind die Apfelsinen am vorzüglichsten.Ein Reisender, welcher jene Gegenden im Jahre 1295 besuchte, fand sie damalsnoch sauer. (Rit'er Erdkunde von Asien, Band 3. pag. 65ö und 927.) Jakobvon Vitri versichert, dafs man zur Zeit der Kreuzzüge den Orangebaum Adams-apfel geuannt habe, und er schon in den Gärten von Palästina gezogen wordeniey. Nack Ebn ei Awan soll die goldgelbe Orange aus Phönäcien in die Gärtenvon Sevilla übertragen worden sejn. Einige lassen ihn über Arabien nach Grie-
*) Herr Passalacqua fand eine bittre Pomeranze in einem «ehr alten ägypti-fchen Grabe.