1948
Aurantiaceae.
I
4000 Stück im Jahre trug. 2000 gehören nicht zu den grö/'s-len Seltenheiten. In der Regel nimmt man an, dafs 100 Oran-gen oder Citronenbäume S0.000 Stück jährlich liefern. DieOrangen mit dünner, fein poröser Haut und rotliem Fleische,sind die geschätztesten. Der Orangenbaum kann ein Altervon mehreren hundert Jahren erreichen. Er ist empfindlichgegen Kälte und Reiten nach einem leichten liegen (aber em-pfindlicher noch ist der Citronenbaum). Eine eigne Krank-heit, der er sehr unterworfen ist, besteht in dem Schwarz wer-den der Blätter, welche mit den Eiern oder Excrementen einerInsektenart (Coccus hemisphaerides L.~) bedeckt werden #).Die Orangen werden jede einzeln in Papier gewickelt in klei-neren oder gröfseren Kisten verschickt; die besten kommenvon den azorischen Inseln und aus Spanien, auch liefert Por-tugal! viele Orangen, so wie das nördliche Afrika, Malta,Sieilien und viele andere Orte in Italien, namentlich Genua,Rovoredo, San liemo, wo sie in Kisten, welche gewöhnlich400 Stück enthalten, verpackt werden. Die aus der Umge-gend des Ganlrtsees kommen in gröfseren Kisten vor, derenjede 100 — 150 Stück mehr enthält (Schede!).
Die kleinen, grünen Früchte, welche im Sommer beigrofser Hitze abfallen, heifsen in Nizza b o uc h o n oder gal I a,man sammelt und trocknet sie sorgfältig als ein Farbmaterial.Die Orangen von mittlerer Gröfse schält man und trocknetdie Schalen zu verschiedenem Gebrauche. Die Orangen-schalen von Nizza sind besser, als die aus Calabrien, weilman das wesentliche Oel nicht vorher ausprefst.
Vorwaltende Bestandteile dürften dieselben seyn,wie bei den bittern Pomeranzen, nur in abweichenden Ver-hältnissen. In der Orange aus Jericho fand Lebreton vorzugs-weise das Hesperidin; es enthalten übrigens die süfsen Po-meranzen offenbar mehr Zuckerstotf, aber weniger Säure alsdie bittern, oder als die Früchte von Citrus inedica und Li-monum. Raybaud erhielt aus 100 Pfund frischer Blüthenaus der Gegend von Nizza fünf Unzen gelbliches, ätherischesOel, welches mit der Zeit braun wird, einen angenehmen,den Orangenblumen ähnlichen Geruch besitzt, und als Ne-roly Portugal im Handel vorkommt. OrangenbJüthen ausSevilla lieferten ein röthliches Oel, das weniger gut war, alseine im Handel erhaltene Probe. Hundert Stück frische Oran-
*) Handbuch für Fremde in JSizza, Heidelberg, Frankfurt und Leipzig 1839.pag 56.
tu den deutschen Gewächshausern ist besonders Coccus Hesperidum I,.diesen Bäumen nachteilig. Man sehe Bouche Naturgeschichte der schäd-liche« Garten - Insekten pag. 49.