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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1937
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Aurantiaceae.

1937

das Bergamottöl aus Italien und der Provence, zumal aus Li-vorno, Neapel, Ragusa, oder von Grasse und Bordeaux inblechernen Büchsen oder grofsen gläsernen Flaschen, welchewohl 2030 Quart halten (Schede!). Nach Mac Culloch lie-fern Portugal, Florenz und die Provence das meiste Berga-mottöl in den Handel.

Anwendung Das Bergamottöl wird nur selten innerlich gegeben, umso häufiger dient es äufserlich als wohlriechender Zusaiz zu Pomraaden, Salben,Linimenten , es ist ein Bestandteil des kölnischen Wassers und vieler andererähnlicher Mischungen, es dient zum Aromalisiren der Käucherpulver und nimmtüberhaupt in der Parfümerie eine der ersten Stellen ein.

Geschichte. DieBergamotten sollen, wie die Herren Merat und Lens sagen,zuerst um Bergamo, einer Stadt in der Lombardei, zwischen den FlüssenBrembo undSerio eultivirt worden seyn; dies ist wenigsten* eher glaublich, als die Angabeder Herren van den Sande und Hahnemann *), nach weicher diese Früchte da-durch entstanden seyn sollen, dafs man Citronenreiser auf Bergamottbirnenbäumegepfropft habe. In den pharmakologischen Werken des 16. Jahrhunderts kom-men die Bergamotten kaum vor, und die erste genaue Beschreibung des Baumslieferte in Deutschland erst der Stadtarzt Joh. Georg Volckamer, der im Jahre1693 starb und Vorsteher des IVürnberger Apothekergartens war, der damals zuden reichsten und berühmtesten gehörte. So gemein nun auch schon längst dasBergamottöl in den Apotheken ist, so enthalten doch die pharmaceutisch-bota-nischen Kupferwerke noch immer keine Abbildung des Bauines und der Früchte,weiche es liefern.

Citrus Bigaradia Duhamel.Gemeiner oder bittrer Pomeranzenbaum.

fAurantium vulgare Volk. Hosp. 187. t. i33- Aurantium vulgare aere primumFe r rar. Hesp. 374. tal>. 369. Wilberding Dissert. de Auramiis Helmaestadii1741 cum Icon. bon. C. vulgaris Bisso, Decandolle, C. Calot Lagasca.Citrus Aurantium Düsseid Samml. Lief. 1. tal>. 16. Guimpel et v. Schlechtendaltab. 71. Leo Taschenbuch der Arzneipflanzen Bd. 1. tab. 24. BlackweUHerb. tab. 349)

Der Pomeranzenbaum ist im südlichen Asien einheimischund nach Mirbel naturalisirt im südlichen Theile der gemäfsig-ten Zone, im ganzen nördlichen Afrika, im südlichen Europaan den Küsten von Spanien und Italien , bis zum 41 oder 42°,im Peloponnes, Attika, Corfu. In Asien eultivirt man ihn anden Küsten des mittelländischen Meeres bis zum 39° 5 am Tigrisund Euphrat hört er zwischen dem 35 und 37° auf. NachRüssel verlangt der Baum um Aleppo schon Schutz, unter35°; er wächst überall nördlich am persischen Meerbusen, ander Mündung des Euphrats, geht aber dort nicht höher, als29 oder 30° mit Ausnahme des südlichen Ufers des kaspischenMeeres, in Ghilan und Mazanderan, zwischen 36 und 38°,und in einigen guten Lagen in Cabul zwischen 30 und 34°-an dem Indus bis zu 33 und 34°; an den Küsten des schwar-zen Meeres kommt er nicht vor, ausgenommen in einigen Can-

*) Die Kennzeichen der Güte und Yerfälsehuug der Arzneimitlei, Dresden1787. pag. 342.