Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
Entstehung
Seite
1929
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Aurantiaceae.

1939

Drachmen Oel durch Destillation, es roch aber weniger stark,als das vorige. Nach Merat und Lens zeichnet sich das Citro-nenöl durch einen Rosengeruch aus und löst sich leicht inAicohol, selbst von 40° auf. Aus 100 Pfund frischer Citro-nenblätter von Nizza erhielt Raybaud 2 Unzen vier Drachmenhell ambrafarbenes Oel und aus eben so viel frischen Citronen-blumen zwei Unzen sechs Drachmen citronengelbes Oel, daswie die Bergamottenblüthe, aber mehr nach Moschus roch.

Den ebenfalls zum officinellen Gebrauche dienenden Ci-tronensäft, Succus Citri, erhält man, indem man dievollkommen geschalten Fruchte von den Kernen so schnell alsmöglich befreit, weil der Saft sonst bitter und schleimig wird,sodann die zerrissene Pulpe vorsichtig, am besten mit kleingehacktem Stroh (Häcksel) gemengt, in starken groben Säckenvon Werg oder Hanf prefst. Den Saft iäfst man etliche Tageablagern, seiht ihn klar durch, und füllt ihn auf Krüge oderBouteilien, die im Keller in Sand gelegt werden. Zur bessernHaltbarkeit ist es gut, ihn vorher einige Walle kochen zu las-sen, auch deckt man ihn mit einer Lage Mandelnöl, was aber,wenn reinlich verfahren wird, nnd die völlig angefüllten Fla-schen wohl verstopft sind, unnöthig ist. Nachlässig aufbe-wahrter Saft verdirbt leicht, schimmelt und wird schal, Ueberdie Kennzeichen seiner Oute ist der erste Band nachzusehen.In Hinsicht seiner Bestandtheile dürfte er mit dem unten anzu-führenden Limoniensaft nahe zusammenstimmen.

Die Güte der Citronen (von denen ehedem auch nochBlumen und Saamen, Floreset Semina Citri, gebräuch-lich waren) zeigt das Ansehen und der Geruch, schön hoch-gelbe, saftige und geruchreiche Früchte sind die besten, fick-kige oder gar faule, eingeschrumpfte, last saftlose sind zuverwerfen; doch können fleckige Citronen. wenn sie im In-nern gesund sind, recht gut auf Citronensaft benutzt werden.Die Güte der Citronenschalen wird auch an ihrer Frische unddem starken Gerüche erkannt; fleckige, dunkelbraune, ver-altete oder wurmstichige Schalen müssen verworfen werden.

Anwendung. Die Citronen werden auf mancherlei Weise, zum Theilals Arzneimittel benutzt- Der mit Zucker vermischte Saft dient unter dem Na-men Limonade als kühlendes Getränk, eine Benennung, die sich auf die un-ten anzuführenden Limomenfrüchte bezieht* Die Schalen gibt man in Substanz,als Pulver, oder im Aufgufs, sie werden zu dem Ende von dem weifsen schwam-migen Fleisch als Flavedo corticis Citri verordnet. Mit dem ätherischenOele bereitet man den Citrovienzucker , El a e o s a c c h a r u m Citri, wovon imersten Bande naher die Rede ist, auch hat man Citronnt oder überzuckerte Ci-tronenschalen, Confectio Citri, Conditum seu Caro Citri, welchesaus frischen Citronen der gröfseren Sorte in Italien und dem südlichen Frank-reich bereitet wird , am geeignetsten sollen die genuesischen Citronen dazu sejn.Es sind die meistens in vier Theile zerschnittenen, von Zucker durchdrungenen,dicken Schalen; sie sind durchscheinend, von angenehmem Citronengeruche unds üfs gewürzhaftem Gescbmacke. In feuchtem Zucker aufbewahrt geben die (ri-ehen Citronenschalen die Succade, wovon die geschätzteste Sorte aus Madera