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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1916
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1916

Canelleae.

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I.

I:

Namen Cortex Winteranus nichts anderes als dickere auser-lesene dunklere Stucke von Canelia alba verkauft werden,ist schon oben erinnert worden.

Anwendung, IWan gibt den weifsen Zimmt in Substanz, in Pulverformund im Aufgufs ganz wie die Winter'sche Rinde ; in Amerika wird sie auch alsGewürz zu Speisen verwendet. Nach manchen Vorschriften macht sie einen Be-standtheil des Pulvis aromaticus aus,

Geschichte. INach Sprengel wird der weifse Zimmt zuerst von NunnezCabeca de Vaca , in seiner Beschreibung von Florida erwähnt. Monardes redetdavon unter dem IVamen Lignum aromaticum, er hatte Exemplare vondem Apotheker Bernardinus de Burgbs erhalten ; den Geruch und Geschmack derRinde vergleicht er mit Muskatenblüthe oder Mushatennufs , sie übertreffe denZimmt an Lieblicheit, den Pfeffer an Schärfe. Eine mehr deutliche Beschrei-bung lieferte jedoch erst Clusius unter dem ISamen Canelia alba quorun-dam, und erwähnt auch mehrere Sorten, eine mit gröfseren längeren unddickeren, so wie eine andere mit dünneren und kleineren Röhren, üherdem un-terscheidet er eine Canelia alba von der Wurzel und eine andere vom Stamme.Die Rinde scheint späterhin sehr verbreitet worden zu seyn , und namentlichverkaufte man sie schon frühzeitig für den weit seltneren Winter'schen Zimmt,wie dieses schon Samuel Dale anführt. Paul Hermann führt in seiner Pharma-kologie nur Cortex Winteranus, nicht aber Canelia alba auf, scheint aber letz-tere unter ersterem verstanden zu haben. Selbst der so sorgfältige Bergius be-schreibt als Cortex Winteranus gar nichts als weifsen Zimmt und setzt am Endewörtlich hinzu: Plurimi auetores corticem Winteranum a Canelia alba distin-guunt, mihi vero alius cortex Winteranus, quam hie, ignotus est.

Canelia laurifolia Loddig oder Canelia alba Swartz, einebenfalls in Westindien einheimischer, dem vorigen ähnlicher Baum, vondem er sich durch mehr längliche, an der Basis schmälere, den Lorbeer-blättern etwas ähnliche, dunkelgrüne, auf der untern Seite blassere, sowie durch stark moschusartig riechende Blumen mit 20 Staubfäden unter-scheidet. Schon Plukenet scheint diese Art beschrieben zu haben, alsCassia lignea jamaicensis, Laureolae f'oliis subeinereis, cortice Piperis modoacri. Auch dürfte dahin Arbor baeeifera laurifolia aromatica des Oatesbygehören. Nach Batita kam von diesem Baume die Rinde als CortexWinteranus spurius in den Handel, aber die Merkmale sind nichtangegeben, wodurch sich die Rinde beider Arten von Canelia unterscheiden.

Canelia axillaris Nees et Martius. Ein in Brasilien einheimi-scher Baum, ausgezeichnet durch ovale, auf der untern Seite blassereBlätter und achselständige nickende Blumen mit oval-rundlichen Blumen-blättern und zehn Filamenten. Man vermuthet, dafs von diesem Baumejene Rinde stamme, die unter dem Namen Cortex Paratodo seu Pa-ratudo, C asco per t udo (Gut für Alles) in den Handel kam *) Sie hatAehnlichkeit mit dem weifsen Zimmt, ist aber dicker und aulsen rissiger,gelblich, mit grauem Oberhäutchen, nur wenig gerollt, sie hat einen un-bedeutenden Geruch, aber zuerst etwas bittern, hinterher scharf brennen-den , lange auf der Zunge anhaltenden Geschmack.

Hier ist auch der brasilianische Zimmt: Canelia bra si li e nsis,Canelia de Brazil, zu erwähnen, eine aus Brasilien in wenig gerolltenStücken vorkommende Rinde, welche das Ansehen der China flava fibrosabat, aber dünn ist, brüchig und einen schwachen Zimmtgeruch und Ge-schmack besitzt, und vielleicht nichts anderes als eine wahre, aber schlechteZimmtsorte ist. Man sehe oben pag, 332 und Schweinsberg im Magazinfür Pharmacie Bd. 28. pag. 53.

Symphonia globulifera L. fil. oder Moronobea coccinea A u-blet, ein in Cayenne einheimischer, in die Polyadelphia Linnaei gehören-

*) Man vergleiche Goiaphrena officinalis p. 398.