1914
Canelleae.
Canella alba Murray.Weifser Canellbamn, weifser Zimmtbaum.
(Blackwell Herbar. tab. ?.o6. Plenlc plant med lab. 363. Hajne Bd. 9. üb. 5.
Düsseldorf. Samail Liefer. 12. lab. 1. Mann ausländ Arzneipfl. Lief. 4. tab. 5.
Winterana Canella L. Canella Winlerana Gärtner.)
Der weifse Zimmtbaum wächst im Innern der Wälder vonJamaica, Cuba, St. Domingo und andern westindischen Inseln,so wie in Carolina, wo er als ein hoher Baum erscheint, wäh-rend er in den Waldungen und niedrigen Hügeln der See-küsten in einer mehr niedrigen Form vorkommt. Der Stammist aufrecht, von einer weifslichen Rinde umgeben und hateine ästige, etwas ausgebreitete Krone. Die Blätter sind kurzgestielt, lederartig, immergrün, gegen die Basis schmäler,am Rande gerollt, oben glänzend dunkelgrün, unten blässerund glanzlos; die der unfruchtbaren Aeste sind länglich-stumpf, die der fruchtbaren umgekehrt oval-länglich, abge-rundet. Gewöhnlich stehen an der Spitze der Aeste die nuraus wenigen wohlriechenden Blümchen bestehenden, mit Deck-blättchen besetzten Afterdolden. Die Segmente des Kelchessind rundlich, vertieft, die veilchenblauen Blumenblätter mei-stens geschlossen, länglich, stumpf und vertiett. Staubfäden-röhre, Corolle und Pistill sind fast von gleicher Länge. DieFrucht ist eine kugelrunde, kurz stachelspitzige, fleischige,schwarze Beere von der Gröfse der schwarzen Johannistrau-ben, die bei der Reife süfs und aromatisch sind, aber unreifgetrocknet, eben so scharf oder noch schärfer als schwarzerPfeffer schmecken. Gewöhnlich ist sie dreifächerig, wovonjedoch nicht selten eins oder zwei Fächer bis zur Reifzeitverschwinden. Am innern Winkel jedes Faches liegen mei-stens zwei kugelrunde, glatte, schwarze Saamen.
Officinell ist die Rinde, weifser Zimmt, weifse Can-nelrinde, falsche Wintersrinde, Cortex Canellae albae,Canella alba, Canella dulcis, Costus corticosus,Costus dulcis, Cortex Costi, Cortex Winteranusspurius. (Göbel Waarenkunde Bd. 1. tab. 3. flg. 1 — 4.)Cartheuser nannte die Rinde auch Cassia alba, Cassialignea jamaicensis, Costus arabicus officinarum,Costus ventricosus, hielt sie aber für einerlei mit demwahren Cortex Winteranus.
Der weifse Zimmt kommt in 4—6 Zoll langen, Vs bis I V* ZollQuerdurchmesser haltenden und % bis I'/j Linien dicken Stük-ken vor; diese sind theils einfach über einander oder doppeltgerollt, auch zum Theii nur rinnenförmig; aufsen ist die Rindegelbbräunlich, mehr oder weniger ins Blafsrothe, zum Theilmit erhabenen grauen schwammigen Stellen und schwärz-lichen Flecken, wo die Epidermis abgerieben ist, sonst hat