Meliaceae.
1911
zeigt, gleich den übrigen Theilen des Baumes, einen starken Moscliusgeruch.Die Rmde dient als Brechmittel.
Guarea jiurgans Saint Hilaire. Einein Brasilien einbeimischeArt, ausgezeichnet durch fünf- bis neunpaarige Blätter, deren Blättchenlänglich lanzettförmig, kurz und stumpf zugespitzt sind. Die Blumen bil-den rispenartige Trauben, welche schmutzig mennigrothe Früchte hinter-lassen von cylindrisch kugelicher Form, die in der Form den Weintrau-ben täuschend ähnlich sehen. In Brasilien ist die rothe bitter und scharfschmeckende Binde als ein starkes Purgirmittel gebräuchlich.
Trichilia cathartica Martius. Purgirende Trichine, in dieMonadelphia Dccandria gehörend. Ein in Brasilien, einheimischer kleinerBaum, mit unpaarig gefiederten Blättern, aus 5 — 7 Paar lanzettförmigenoder oval zugespitzten, vorzüglich unten, so wie am Blattstiel dicht weichbehaarten Blättern, und am Ende der Zweige in rispenförmigen Traubenstehenden Blumen, aus fünf/.ähnigem Kelch und fünfblätteriger Blumen-krone bestehend, und ungetheilter Röhre, welche innen die kürzerenStaubfäden trägt. Die Frucht ist eine sammtartige Kapsel, mit einem Saa-men in jedem der drei Fächer. Die sehr bittre Wurzelrinde wird nachMartius als Purgirmittel bei Wassersüchten, Tertianfieber u. s. w. gebraucht.Auch von Trichilia glabra L. (T. havanensis Jacquin) wird die Rindeals Purgirmittel benutzt.
Trichilia emetica Vahl. Brechenerregende Trichilie. Ein inAegypten und im mittleren Afrika einheimischer Baum, mit vierpaarig ge-fiederten Blättern, deren Blättchen oval länglich und auf der unteren Seitezottig behaart sind. Die grünlich gelben Blumen bilden in den Blattwin-keln rispenartig getheilte Doldentrauben, ihre Staubfäden sind bis zur Hälfteverwachsen. Der Fruchtknoten trägt einen weich behaarten Griffel undhinterlälst eine dreieckige filzige Kapsel. Unter dem Namen Djouz elkai werden die Früchte von den Arabern als Brechmittel benutzt, auchwenden sie die Saamcn mit Sesainöl gegen die Krätze an.
Trichilia trifoliata L. Dreiblätterige Trichilie. Ein im südli-chen Amerika einheimischer Strauch, mit dreizähligen Blättern, derenBlättchen verkehrt eiförmig, glatt und glänzend sind. Die kleinen weifs-lichen Blümchen bilden achselständige Afterdolden, die sich traubenartigverlängern. Die Früchte sind von drei Furchen durchzogene, grünliche,graubraun punktirte Kapseln, deren Saamcn mit einem scharlachrothenArillus versehen sind. Ein Decoct der Wurzel wird von den Negerinnenauf Gurassao, um Abortus zu bewirken, gebraucht.
Trichilia moschata Swartz. Moschusholz. Eine in den Wal-dungen des nördlichen Jamaika einheimische Art, mit gefiederten Blättern,deren Blättchen abwechselnd stehen, eiförmig, zugespitzt und glatt sind.Die Blumen sind in Blattwinkeln traubenartig geordnet; sie haben nur einBlumenblatt, meistens zehn Staubfäden und hinterlassen Kapseln, die ge-wöhnlich nur einen einzigen Saamen enthalten. Alle Theile der Pflanzebesitzen einen starken moschusartigen Geruch,
Von diesem Baume soll die Fieberrinde von Pomeroon, Cor-tex Juribali, kommen, von welcher Dr. Hancock der medicinisch-bo-tanischen Gesellschaft in London Nachricht gab. Disse Rinde ist bedeu-tend bitter und adstringirend, und übertrifft hierin die China, dabei äus-sert sie eine gelind purgirende Kraft, ähnlich der Rhabarber, ohne des-halb Obstructionen zu veranlassen oder den Kopf einzunehmen; warm ge-nommen scheint sie, in einem Infusum aquosum gereicht, diaphoretischzu wirken. Beim Kauen ertheilt sie dem Speichel eine rothe Farbe. Ver-suche mit verschiedenen Reagentien ergeben keinen eigenthümlichen Stoff,wie das Chinin, aber eine dem Cinchonin analoge (?) Substanz, fernerviel harzartige Materie, auch erfolgte mit Gallerte, Brechweinstein undmetallischen Salzen ein starker Niederschlag. Man sehe Magazin für Pharm.Bd, 34. pag. a8i. und Annalcn der Pharm. Bd. 7. pag. 3/|0.