Hypericineae
1905
zieht, welche durch Wasser getrübt wird. Die Kapseln undSaamen besitzen einen ähnlichen Geruch und Geschmack.Zerdrückt man die frischen Blumenblätter zwischen den Fin-
gern .
so werden diese davon geröthet, und zwar, wie es
scheint, besonders durch das in den Drüsen der Staubbeutelenthaltene Pigment.
Vorwaltende Bestandtheile. Rothes Harz, bittrerExtractivstoff und eisengrünender Gerbestoff. Nach Buchnerenthalten 100 Theile von Kelch und Stenge! befreite Corol-len: eigenthümliches rothes Farbharz, Hypericonroth 8, Was-ser 68, gerbstoffartigen gelben Farbstoff, Gummi und Eiweifs4, Amylosclema (Pflanzenmark oder Pektiksäure) mit gerb-stoffartigem Farbstoff verbunden 6, Faserstoff mit Kalk- undMagnesiasaizen 4, Verlust 10 (100). (Buchner's RepertoriumBd. 34. p. 217.) Mit dem Farbstoffe des Johanniskrautes be-schäftigte sich auch Clamor Marquart (Ueber die Farben derBlüthen, Bonn 1835.), seinen Untersuchungen zufolge ist dasHypericonroth, das er auch Anthokyan nennt, extractiv-stolfig und liegt nur an der Aufsenseite der Corolle in ein-zelnen strichförim'gen Zellenlagen, so wie am Connectiv derAntherenfächer, wogegen das gelbe Pigment der Blumen(Anthoxanthin) harzartig ist und in Zellenlagen unter derEpidermis sich befindet.
Güte, Verwechslung. Zu rechter Zeit gesammelteund sorgfältig getrocknete Johanniskrautblumen besitzen denoben angezeigten Geruch und Geschmack, auch behalten danndie Corollen lange ihre schöne gelbe Farbe. Alte, braune,moderige, geruch- und geschmacklose Blumen, oder allzustengeliges Kraut ist zu verwerfen. Die Blumenknospen ent-halten nach Bergius mehr Farbstoff als die offenen, derendrüsenartige Bläschen fast trocken und leer gefunden werden,darum ist es nach diesem sorgfältigen Pharmakologen zweck-mäfsiger, die noch nicht entfalteten Blumen zum medicinischenGebrauche einzusammeln.
Linne und Andere warnen vor der Verwechslung mitHypericum quadrangulum L. (H. dubium Leers, H.maculatum Crantz), eine an schattigen Orten in Wäldernnicht seltene Art. die sich von dem gemeinen Johanniskrautedurch etwas vierseitige Stengel und deutlicher viereckigeZweige, weniger oder gar nicht punktirte Blätter, so wiedurch zurückgeschlagene, ganz stumpfe Kelchsegmente undeben solche an der untern Seite von schwarzen Linien durch-zogene Blumenblätter unterscheidet. Da in diesen drüsigenLinien der Farbstoff besonders liegt, so wollte der oben an-geführte Bergius gerade diese Art, und nicht Hypericum per-foratum als olficinelle Pflanze angesehen wissen. Noch sollferner das geraeine Johanniskraut verwechselt werden mitHypericum tetrapterum Fries (H. quadrangulare Au-
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