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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1906
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1906

Hypericineae.

torum piurimorum, H. quadrialatum Wahlenberg). Auchdiese Art ist nicht selten, findet sich aber stets an feuchtenOrten, an Gräben und Sümpfen; die viereckigen Stengel sindmit einer flügelartigen Haut eingefafst, die Blätter sind oval,sehr fein punktirt, die Blumen stehen dichter gedrängt, ihreCorollen sind kleiner, mehr blafsgelb, die Griffel nicht ausge-breitet, sondern aufrecht, auch die Kapseln kleiner u. s. w.Uas Kraut und die Blumen dieser Art wurde übrigens früher inFrankreich unter dein Namen Summitates Hyperici As-cyri wie das gemeine Johanniskraut gebraucht, mit dem esauch in seinen Eigenschaften nahe übereinstimmen möchte.

Anwendung. Man gibt die Pflanze im Aufgufs innerlich und benutzt sieauch äufserlich ; der Saft der Blumen war als Wundmittel sehr berühmt. AI*^,Fräparat hat man noch das gekochte Oel, Oleum Hyperici, welches amvorzüglichsten wird , wenn man es aus der bereits verblühten Pflanze mit vielenunreifen Kapseln bereite*. Sonst hatte man noch Extractum, EssentiaetSyrupus Hyperici, auch wurde das Kraut zu mehreren Composilionengenommen. Die Pflanze ist jetzt fast obsolet, scheint aber nicht ohne medici-nische Kräfte zu seyn. Das abergläubische Landvolk gebraucht sie noch gegenVermeintliche Zauberei. Liqueure lassen sich mit den ßlumen roth färben. Ander Wurzel findet sich auch bisweilen die deutsche oder polnische Lackschild*laus (Coccus polonicus).

Geschichte. Griechenland und Italien sind reich an Arten von Hyperi-cum , daher auch die alten Aerzte schon frühe sich derselben bedienten. Dievon den Hippocratikern benutzte Species scheint Hypericum crispum ge-wesen zu seyn. Nicander erwähnt ein Hypericum montanum, worunter er wohlH. e m p e t r i f o 1 i u m verstanden haben mag, welche Art, wie Dumont d'Urvilleversichert, die Hügel der Insel Kos, des Geburtsortes des Hippocrates, gleichsamüberzieht. Das wahre Hypericum des Dioscorides ist nach Sprengel Hyperi-cum bar batum Jacquin, eine im südlichen Europa verbreitete, und auchin der Gegend von Wien bei Mauerbach , auf Waldwiesen und am bäume derWälder wild wachsende Art, die ihren Namen von den gewimperten Kelchseg-nienten zu haben scheint. Jene Pflanze, welche Dioscorides unter dem IS'amenAskyron beschreibt ist nach Yaierius Cordus und Dodonaeus unser gemeines Jo-hanniskraut, womit auch Sibthorp übereinstimmt.

Hypericum hircinum L. Stinkendes Johannisliraut oder Hartheu.Ein in Italien und Griechenland wichsender, gegen 3 Fufs hoher, immer-grüner Strauch, mit zweischneidigen Zweigen und sitzenden oval-länglichenBlättern, die noch einmal so grof's sind, als jene des gemeinen Johannis-krautes. Die grol'scn gelben Blumen stehen auf dreispaltigen Stielen, siehaben spitze Helchsegmente, dir; Filamente ragen über die Corolle hinaus,in der sich drei Griffel befinden. Die widerlich hochartig riechenden Blät-ter, Folia Hyperici foctidi, wurden ehedem gegen die Hysterie be-nutzt.

Hypericum Ascyron L. Sibirisches Johannisliraut. Eine im nörd-lichen Asien einheimische perennirende hrautartige Pflanze, mit vierseiti-gem Stengel, sitzenden, länglichen, spitzen, glatten Blättern und endste-henden Blumenstielen mit grofsen gelben Blumen, ihre äufsern Kelchseg-mente sind etwas spitz, die übrigen ganz stumpf und die Staubfäden längerals die fünf Griffel. Die Saamen dieser Art wurden sonst als iliuretischesMittel angewendet.

A n drosa em u m of ficinale Allione , Hypericum Androsaemum L.,Mannsblut. fionrads'iraut, Blacltw. Herb. tab. 0,4. Eine an Bächen, anschattigen Orten, in England und häufiger noch im südlichen Europa, auchin den wärmeren Theilen von Tyrol einheimische Pflanze, mit aufrechten,