Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
Entstehung
Seite
1901
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Garcinieae.

1901

schwärzlichen Rinde versehen ist. Die Blätter stehen gegeneinander über, sie sind gestielt, oval, ungetheilt, etwas dick,glatt und glänzend. Die Blumen stehen an der Spitze derAeste, sie sind fleischfarben oder gelblich, geruchlos, kurzgestielt. Die Kernfrucht ist von der Gröfse einer Pomeranze,bei der Reife gelb, von acht erhabenen Rippen durchzogen,und enthalt in acht Fächern eben so viele blaue Saamen.

Da in sehr vielen Lehrbüchern der medicinischen Botanikund Materia medica dieser Baum als Mutterpflanze des offici-nellen Gummigutts angegeben wird, so verschaffte sich Chri-stison die von ihm herrührende Drogue, und überzeugte sichso auf das bestimmteste, dafs diese Angabe auf einem Irr-thume beruhe. Das Gummiharz der Garcinia Cambogia er-härtet nur langsam, so dafs die nach England gekommenerProben noch weich genug waren, um Eindrücke anzunehmenwenn man sie zwischen den Fingern knetete. Es wäretlange dünne, geruch und geschmacklose Stückchen von heicitronengelber Farbe, ohne ausgezeichnet harziges Ansehensowohl äufserlich, als auf dem Bruche mit dem nassen Fingegerieben, bildete sich keine Emulsion. In hundert Theilafand Christison Harz 66,0, Arabin 14.0, flüchtiges Oel 12,'.Rindenfaser 5,0, Verlust 3,0 (100,0), Das Harz ist von deades Gummigutts wesentlich verschieden, indem es in Aethrund starkem Weingeist etwas weniger löslich ist, seine Faueist nicht pomeranzen-, sondern citronengelb und die Auß-sung bei weitem weniger intensiv gefärbt, als die des siaii-schen und zeilanischen Gummigutts, auch besitzt es keiits-wegs die kräftigen abführenden Eigenschaften derselben, mdmufs somit als eine von dem Gummigurt der Officinen gnzverschiedene Drogue betrachtet werden.

Garcinia cocb inchin ensis Choiseul. G. amboinensis Span-ge 1. Oxycarpus eochinchinensis Loureiro. Stalagmitis cochinchinei&sDon. Ein ansehnlicher in Siam, Cocbincbina und auf Jen Moluclien ein-heimischer Baum, mit graulichbrauner, innen gelber Binde, fast viereiti-gen Zweigen, elliptisch-länglichen, etwas spitzen Blättern. Die kleinn,weilsen, kurz gestielten Blumen stehen gehäuft in den Blattwinkeln adhinterlassen pflaumengrofse , rundlich - birnförmige , genabelte , röthbheFrüchte. Royle glaubte, dal's von diesem Baume das siamische Gummtfttkomme, «ohne doch nähere Nachrichten darüber mitzutheilen, und «chLoureiro, der den Baum in seinem Vaterlande sah, schweigt über disenPunkt. Als synonym bringt Loureiro dahin Folium acidum majus RuphAmb. lib. 4- Cap. 29. tab 0:2., aber auch der so sorgfältige Rumph buch-tet nichts von einer Gummiguttsorte, die dieser Baum liefere.

Garcinia Zeilanica Roxburgh. G. Cowa Roxb. odeOxy-carpus gangeticus Hamilton, so wie Garcinia Cornea R. sollenachBoyle schlechtere Sorten von Gummigutt liefern , doch mangelt es 1 die-ser Hinsicht an zuverlässigen Nachrichten.

Garcinia Mangostana L. Wohlschmeckende Mangostar. Einauf Java und den moluckischen Inseln wachsender schöner Bau, mitoval-länglichen, glänzend-glatten, aderigen, lederartigen Blättern; a Endeder Zweige stehenden, einblüthigen, aufrechten Blumenstielen urrosen-