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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1891
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Tiliaceae.

1891

ler wurden bei Geschwüren im Munds und bei Geschwulst der Füfse angewandt,der Saft des Baumes gegen das Ausfallen der Haare u. s. w. Die Kinde und seibatdas Holz der Linde wurde von den alten Aerzten zu Schienen und andern Hülfs.mitte!« bei Beinbrüchen u. s. w. benutzt. Mit solchen Linderitafeln wurde dergekrümmte Antoninus Pius behandelt, derselbe, dem der römische Senat eineSäule errichten liefs, die noch jptzt als Colonna Antonina vorhanden ist. Derberüchtigte griechische Dichter Cinesios soll so gebrechlich und schlank gewe-sen sejn , dafs er seinen Körper mit Lindenscliienen umgeben mufste, wefshaibihn auch Aristophancs den lir.denen (philjreum) nannte. Der Gebrauch derLimtenblülhe kommt erst in späteren Zeiten vor, wo man übrigens auch eineConserva und Spiritus florum Tiliae vorräthig hielt.

Die folgenden Linden-Arten zeichnen sich alle von den beschriebenen, durchdie Gegenwart einer grofsen Munienblattähnlichen INectarschuppe , die man auchwohl ein Parapetaluin genannt hat, sehr deutlich aus.

Tilia argentea D e s f o nt aine s. Wahre Silberlinde, weilse ung-rische Linde, Tilia alba W. et Kit. T. rotundifolia Ventenat, T. tomen-tosa Mönch. Ein ansehnlicher Baum, der in den Wäldern des wärmerenTheiles von Ungarn, im Banat, Sclavonien, Croaticn und den benachbar-ten türkiseben Provinzen einheimisch ist, seine Zweige sind filzig und etwasabwärts gebeugt; die Blätter schief herzförmig, grofs, am Bande gesägt,oben grün und behaart, unten mit weifsem Filze überzogen, aber ohneHaarbüschel in den Winkeln der Blattrippen. Die Blumen, welche imJuni oder Juli erscheinen, stehen meistens zu dreien beisammen, der all-gemeine Blumenstiel, so wie die besondern, sind filzig und das Nebenblattmit dem Blumenstiele bis zur Basis verwachsen. Die Kelchblättchen sindspitz, filzig, die Corolle besteht aus zehn, gegen die Basis schmälere Blu-menblätter. Der kugelrunde, filzige Fruchtknoten hinterläfst eine eben-falls weich behaarte Frucht, an der man keine hervorstehende Rippenwahrnimmt.

Die Blumen dieser Art haben nach Host einen leicht honigartigen Ge-schmack und angenehmen Geruch, getrocknet nehmen sie eine knorpelar-tige Consistenz an und enthalten mehr Schleim als die übrigen europäi-schen Lindenarten. In den Wiener Gärten eultivirt man nach Brunncreine ausgezeichnet schöne Spielart der Silberlinde, mit purpurrothen Blu-men (T. argentea floribus purpureis); auch bemerkt derselbe, dafs dieSilberlinde im Orient ein sehr gemeiner Baum ist.

Tilia hete rophylla Ventenat, oder T. alba Michaux; weifseamerikanische Linde. Ein dem vorigen verwandter Baum, der, am Ohiound Mississipi einheimisch, sich von der Silberlinde durch die Blätter un-terscheidet, welche länger gestielt, auf der untern Seite zwar ebenfallsweilsüizig, aber zugleich in den Winkeln der Rlattrippen mit rostfarbigenHaarbüscheln besetzt sind. Jeder Hauptblumenstiel trägt 5 10 und mehrBlumen und die Früchte sind von fünt deutlich hervorstehenden Streifendurchzogen. Man findet den Baum nicht selten zur Zierde in Lustgebü-schen eultivirt, wo er später als die übrigen Linden am Ende des Juli oderim August blüht.

Tilia canadensis Michaux. Kanadische oder schwarze Linde.T. americana L. T. glabra Ventenat. T. nigra Borkhausen. Ein in Nord-amerika von Canada an bis nach Georgien hin wild wachsender ansehn-licher hoher Baum mit schwärzlicher Binde. Die Blätter sind herz-förmig, zugespitzt, an den Bändern fein behaart, unten glatt und nur mitHaarbüscheln in den Winkeln der Blattadern besetzt, Die Blumenstiele

*) Ausflug über Constanlinopel nach Taurien im Sommer i83i. Set. Gallenund Bern 1833 pag. 36. Unter den Pflanzen um Constanlinopel wird n.115. auch T. argentea erwähnt, vielleicht sind von diesem Baume die con-stantinopolitanischen Lindenblüthen , welche Landerer an Büchner in Mün-chen schickte.