1890
Tiliaceae.
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williger Verdunstung des Aethers das Oel zurück und läfstsich durch Destillation über Chlorcaleium sehr leicht von jederSpur Wasser befreien. Auf diese Art erhielt er von 25 Pfundfrischen Lindeubliithen 80 Gran ätherisches Oel. (Pharm.Centralbl. 1837 pag. 781.)
Die neueste Analyse der Blüthen und Bracteen der Tiliavulgaris lieferte J. E. Herberger. (Buchner Bepertor. Bd.16. Heft 1. pag. 1 —23.) Er untersuchte sie zuwo sich das von Boux dargestellte Pigment nochwickelt hat.
und fand folgende Bestandtheile:
Blüthe
Wasser .....
Aetheröl .....Chlorophyll und FettAnthoxanthin ....
Antholeucin ....
Eisengrünenden GerbstoffZucker und äpfelsaures KaliSaures weinsaures Kali
Ccrin......
Fett......
Eiweifs.....
Pflanzenleim ....
Cerasin.....
Traganthin ....
Bitterliehen und sauren ExtractivstoffPflanzensaures KakksalzFaser und Asche
73,8o,i0,20,9
1,20,2
2,9
0,3
o,3
o,50,4
0,20,1
3,4
0,7
o,3
i3,6
der Zeit,nicht ent-
Bracteen.
77»°
0,5o,5
o,7o,60,9
0,1
Spureno,3o,3
0,2
0,4
»4i,4
o,3
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100,0 100,0
Die getrockneten Blumen enthalten weniger ätherischesOel, nicht kristallisirbaren Zucker, weniger Anthoxanthin undAntholeucin, aber mehr Extractivstoff.
Anwendung. Die Lindenblüthen gibt man im Theeaufgufs, auch werdensie andern Theespecies beigemengt. Als Präparat hat man davon das destillirteWasser, Aqua florum Tiliae, welches nur von frischen Blumen zu berei-ten ist, denn die trocknen geben ein fast geruchloses Destillat. Auch selbstdas aus frischen Blumen bereitete verliert bald seinen angenehm aromatischenGeruch, daher man dieses naeh Sasse's Methode, mit Weingeist bereitet, vorrä-thig halten, und nur auf kurie Zeit mit Wasser vermischt, oder besser beimVerschreiben mit der gehörigen Menge Wasser verdünnt, dispensiren sollte. DieRinde und Blatter werden äufserlich au Umschlägen gebraucht. Das Holz gibtbeim Verbrennen eine leichte aber feste, ziemlich reine Kohle, Carbo Tiliae,welche zu Zahnpulvern, Räucherkerzchen u s. w., auch zum inneren Gebrauchvorzüglich anwendbar ist. Man benutzt sie zum Zeichnen und setzt sie derMasse des Schiefspulvers zu. Dureh Anbohren des Lindenstammes erhält maneinen süfsen Saft, der gleich dem aus Birken und Ahorn benutzt werden kann.Das schöne, weifsüche, leichte Holz dient zu Drechsler und Tischlerarbeiten.Aus der Rinde lassen sich durch Maceration in Wasser Seile bereiten. Die Kerneder Früchte enthalten viel fettes, gelbes, mildes Oel, welches wie das der Oliveaund Mandeln benutzt werden kann. Aus den Blumen saugen die Bienen einenvorzüglich reinen, weifsen Honig.
Geschichte. Obgleich die Linde in Griechenland wächst, Und bereitsschon von Theophrastos aus Eresos beschrieben wurde, so kommt sie doch inder Maleria medica des Dioscorides nicht vor, aber Plinius und Galen redenron ihren Heilkräften. Die innere Rinde diente gegen den Aussatz. Die Blät-