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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1889
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Tüiaceae.

1889

und zumal die der Tilia vulgaris, ihres stärkeren Wohlge-ruchs wegen, den Vorzug. Frisch haben sie einen angeneh-men starken gewürzhaften und süfsen Geruch, der aber beimTrocknen fast ganz vergeht, der Geschmack ist etwas süfs-lich, schleimig. Die Rinde und Blätter sind geruchlos undschmecken schleimig; letztere auch etwas süfs honigartig.Der verdünnte, wäfsrige Aufgufs der Blumen wird durchsalzsaures Eisenoxyd schön dunkelgrün gefärbt.

Vorwaltende Bestandteile der Blumen: ätheri-sches Oel, eisengrünender Gerbstoff und Zucker. Nach Marc-graf und Pfau' enthalten die Blumen: riechendes, für sichnicht darstellbares Principe eisengrünenden Gerbestoff, vielSchleim, Schleimzucker und Faser. IS ach Roux enthaltendieselben: Chlorophyll, braungelbe Substanz, halbbraunes Ex-tract, einen gelben und einen rothen Farbstoff, Gummi mitGerbestoff. E. Silier erhielt aus 8000 Gran frischen, ebengepflückten Lindenblülhen mit den Bracteen an Granen: Was-ser 1460,0, grünes Pflanzenwachs 15,5, Balsamharz, vonetwas gewürzhaftem Geschmack 39,5, Zucker, als dickerdunkelgelber Syrup mit wenig; pflanzensaurem Kali 66,0,Extractivstoff von bräunlicher Farbe und gelind bitterem Ge-schmack 26,5, Pflanzenschleim im trocknen Zustande 95,0,Pflanzeneiweifs 15,5, Pflanzenfaser 280,0, riechender Stoffunwägbar, Verlust 2,0 (200,0). Das ätherische Oel ver-mochte er, wie viele seiner Vorgänger, nicht isolirt darzu-stellen (Pharm. Centralbl. 1837 p. 615).

Die Lindenblüthen aus Constantinopel zeichnen sich nachLanderer durch einen höchst feinen, aromatischen, honigähn-lichen Geruch und eben so feinen Geschmack vorteilhaft aus.Das destillirte Wasser zeigle die Lieblichkeit des Geruches,so wie die Feinheit des aromatischen Geschmackes im höch-sten Grade und an der Oberfläche des Wassers war einedünne Oelschichte zu bemerken. Durch Auflösen von Salzin diesem Wasser schied sich noch mehr ätherisches Oel ab.Dasselbe ist ungefärbt, doch durch das Licht leicht sich-thend, sehr leicht flüssig, eben so flüchtig und von höchstfeinem, angenehmem Gerüche und süslichem Geschmacke, sodafs Landeier die Ueberzeugung gewonnen, es sey das äthe-rische Oel der Linden allen übrigen hinsichtlich der Feinheitdes Geruches vorzuziehen. Wenige Tropfen in Weingeistgelöst, erfüllen das Zimmer mit den lieblichsten Düften (Bran-des Archiv 2. Reihe Bd. 8. pag. 75).

Brossat erhielt aus 100 Pfund Lindenblüthen nur einigeTropfen ätherisches Oel. Der Grund, warum man so wenigerhält, liegt nach F. L. Winkler in der leichten Löslichkeitdesselben in Wasser. Sättigt man concentrirtes Lindenblüth-wa-ser mit Chlornatrium und zieht die Lösung mit der erfor-derlichen Menge von reinem Aether aus, so bleibt nach frei-

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