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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1888
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1888

Tiliaceae.

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Steht der T. parvifolia am nächsten, doch sind ihre Blätter etwas gröfser,aber kürzer gestielt, auf der obern Seite gesättigt, auf der untern helleroder blässer grün, und in den Winkeln der Gefälsbündel mit grauen Haar-büschelclien besetzt. Die Blumen erscheinen 812 Tage früher, sindblals citronengelb und riechen besonders stark und angenehm, weshalbsie sich vorzugsweise 'zum medicinisehen Gebrauche eignen. Die fünf Lap-pen der Narbe sind fast aufgerichtet, und die kugelig ovalen Früchte sindbis zur Hälfte gerippt.

Tilia grandifolia Ehrhart.

Crofsblätterige Linde, Sommerlinde, Frühlinde.Wasserlinde, holländische Linde.

( Blachwcll H<= rb. taL. 469.T. pauciflora Hayne, Tilia

Hayne Bd. 3. tab. 48. Tilia platyphyllos. Scopoli,europaea ß S s Linnaei. T. cordifolia Besser. T.mollis Spach.)

Auch diese Linde ist vielleicht nur eine Culturform dergemeinen Art, wie dies schon Haller und Andere vennuthe-ten 5 sie scheint mit der vorigen gleiches Vaterland zu haben,kommt aber, namentlich in Schweden, nicht im wilden Zu-stande vor, und ist auch bei uns, gleich der T. vulgaris, fastnur als Alleebuum und überhaupt im cultivirten Zustande an-zutreffen. Die Zweige und Blattstiele sind in der Jugendmit weichen, zottigen Haaren besetzt, die Blätter bedeutendgröfser, als bei der vorigen, unten oft mit kurzen, weichenHaaren besetzt. Die Blumen erscheinen gegen 14 Tagefrüher, als bei der Winterlinde, und es stehen ihrer immerweniger, meistens nur drei beisammen, aber sie sind gröfser,dunkler gelblich, und der T. vulgaris an Wohlgeruch nichtviel nachstehend; die Lappen der Narbe sind aufrecht ein-wärts gebogen und die Nufschen von 4 5 deutlich hervor-stehenden Streifen durchzogen, sie verlieren frühe ihrenGriffel und enthalten schwarzblaue Saamen.

Es gibt davon mancherlei Spielarten, namentlich einemit gelben Zweigen (gelbe Linde), eine andre mit, zumalim Herbste, schön roth gefärbten Zweigen (T. corallinaSmith, T. rubra Deeand.), eine andre, deren Blätter schonim Juli eine braungelbe Farbe annehmen (TT. mutabilis Host.}u. s. w.

Officinell sind die Blumen: Flores Tiliae, ehedemauch die Blätter und innere Binde, Folia et Cor lex in-terior Tiliae. Die Blumen werden mit den Nebenblättern,oder wohl besser ohne dieselben *), von der Winter- undSommerlinde eingesammelt, doch verdienen die der letzteren

*) Die Herren Merat und Lens wollen nicht nur die Bracteen , sondern auchdie Blüthenstiele entfernt wissen , und behaupten , dafs die vorsichtig ge-trockneten und sorgfältig bewahrten Blumen lange ihr liebliches Aroni be-halten, was auch vollkommen richtig ist, wenn mau die Blumen der T.vulgaris hat.