Tiliaceae.
1887
Gattung Tilia L. Linde.
(Sjslem. Linn. Polyandria Mouogyuia.)
Der Kelch ist fünftheilig:; die Corolle besteht aus fünfBlumenblättern, zu denen öfters noch eben so viele blumen-blattartige Nectarschuppen kommen. Die Staubfaden sindfrei, oder nur wenig bemerkbar in mehrere Bündel verwach-sen. Der kugelförmige fünffächerige Fruchtknoten trägt aufeinfachem Griffel eine fünfspaltige Narbe. Die lederartige,einfächerige Frucht £ C'arcerulus) enthält einen oder zweiSaamen.
Tilia parvifolia Ehrhart.
Kleinblätterige Linde, Steinlinde, Winterlinde,
Berglinde, Spätiinde.
(Hayne Bd. 3. tab. 46 Düsseid Samml Lief. 4. tab. 18- Mann Deutschlandswildwachsende Arzneipflanzen i5 Lief. Tilia europaea variet. y Linn. T. ulmi-folia Scopoli. T. microphylla Willdenow. T. cordata Miller. T. silvestris Des-
fontaines.)
Die kleinblätterige Linde wächst nach Mirbel im südlichenEuropa, in Frankreich und durch ganz Deutschland; gemeinist sie in Norwegen bis zum 63°, über dem 65° fehlt sie, imInnern von Schweden ist sie über 61° selten, sie wächst inganz Rufsland, bis nach Petersburg, im Innern des nördli-chen Rufslands, an der Düna bis zum 58'; am Irtisch folgtsie dem Laufe dieses Flusses bis zu 58 und hört östlich ge-gen Tom hin auf; in Sibirien mangelt sie östlich vom Irtisch.Der Baum wird 80—100 Fufs hoch und erreicht einen bedeu-tenden Umfang, so wie ein sehr hohes Alter; sein Stamm istschön gerade, die Krone meistens regelmafsig und zierlichausgebreitet; die Blätter sind etwas schief gestellt, gestielt,an der Basis fast herzförmig ausgeschnitten (^folia subdimi-diato-cordata}, auf beiden Seiten glatt, auf der untern aberin den Winkeln die Adern mit kleinen Haarbüscheln besetzt.Die Blumen erscheinen im Juni oder Juli und bilden zu 5 —7 kleine, hängende Doldentrauben, sie sind sehr ausgezeich-net durch das mit dem Blumenstiele theilweise verwachsene,grofse, längliche, netzartig geäderte, gelblichgrüne Neben-blatt j^Bractea); auch die Corollen haben eine weifslicbgelbeFarbe; die Lappen der Narbe sind ge^en das Ende derBlüthezeit horizontal ausgebreitet. Die Frucht oder das Lin-dennüfschen ist nur undeutlich gestreift, mit dem stehenblei-benden Griffel versehen und enthält rostfarbige Saamen.
Tilia vulgaris Hayne (Bd. 3 tab. 4?0- T europaea L. vir. d.Plenk plant, med. tab. 4^4- Tilia intermedia Decandolle, T. hybrid« Beeh-stein, ist kaum eine eigne Art, sondern nur besondere Form oder viel-leicht Bastard von der eben beschriebenen und der grofsblätterigen Linde,die sehr häufig gleich diesen beiden an Strafsen und Alleen um die Dörferund Städte cultivirt, aber wohl nur selten in Wäldern vorkommt. Sie
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