1872
Malvaceae.
Malvenfalter, Papilio Malvaruin Hl ig 1 er oder HesperiaMalvarum Oxenh. Die Raupe ist aschgrau oder röthlichgrau,fein behaart, der Kopf schwarz, der Haisschild gelb geileckt.Aas der braunen, blau bereiften Puppe kommt der in den Som-mermonaten fliegende Falter, seine Flügel sind gezahnt, aufder Oberseite röthlich oder bräunlichgrau, schwarzlich schal tirtund die hintern auf der untern Seite mit weifsen Punkten ge-zeichnet. Auch der Malven-Rüsselkäfer, Apion aeneumHerbst, zerfrifst öfters schon im April die jungen Spitzender Malvaceen. Man sehe läouche Naturgeschichte der schäd-lichen und nützlichen Garten-Insekten p. 6J.
Anwendung. Man gibt die Wurzel nur selten in Pulverform, häufigaber dient es als Zusatz zu Pillen, um ihnen Consistenz und Zähigkeit zu geben.Sehr gewöhnlich ist die Anwendung eines Altlieedecocts oder Aufgusses; auchwird die Wurzel mit andern üroguen vermischt zu Theespecies benutzt, dochist sie in geeigneter Menge zu wehmeo, damit der Auszug nicht zu schleimig,oder die Wurzel nicht gehörig extrahirt werde. Kraut und Blumen werden aufgleiche Weise, nur weit seitner verwende!, Die Saauien sind obsolet. Als Prä-parate hat man Syrupus, Pasta, Unguentum Althaeae. Wurzel undKraut machen einen Bestandteil aus der Spccies ppctorales und S. emol-lientes. Die Kalmücken essen die Wurzel roh als Nahrungsmittel, und dieStengel können wie Hanf benutzt werden.
Geschichte. Gewöhnlich glaubt man, dafs unser gewöhnlicher oder of-fieineiler Eibisch dieselbe Pflanze sey , von welcher Dioscorides unter dem NamenAAS.if« redet, und ausdrücklich bemerkt, dafs sie ihre Benennung von dem viel-fachen und maiviichtältigen Nutzen, den sie in der Medicin leiste, erhalten habe;auch Plinius sagt, ab eifectus excellentia nominata, quae a quibusdam Aristal-thaea dieatur. *) Nach Theophrastus von Eiesos wächst die PiJanze besonders inArcadien und war auch unter dem Namen llibiscus oder Ibiscus bekannt, wovonwohl das deutsche Eibisch abzuleiten sejn möchte; die Saamen empfiehlt Ale-xander Trallianus bei Strangurie und Steinbeschwerden; anch gibt derselbe unterdem Namen Dialthaea die Vorschrift zu einer Composition, welche noch foenumgraecum, Leinsaamen, Oel, Wachs, Colophomum u. s. w. enthielt und ohneZweifel die Mutterformel ist, zu der noch immer beliebten Eibischsalbe oderUnguentum de Althaea.
Althaea rosea Cavanilles.
Stockrosen-Eibisch, Herbstrose, Halsrose, Gar-tenmalve, Pappelrose, Glockenpappel, Malven-
rose,
B a u m m a 1 v e, römische M a 1 v e u. s.
w.
(Plenk plant med t. 542. Hayne Bd. 2. tab. 26,Guimpel et v. Schlechtendal l. 81.
Düsseid. Samml. Lief.Alcea rosea L.j
t. 8.
Die Stockrose ist eine zwei-oder auch mehrjährige Pflanze,welche im Orient, zumal in Syrien und auch in Griechenlandwild wächst, bei uns aber in zahlreichen Varietäten zur Zierdein den Gärten gezogen wird. Sie hat eine daumensdicke oderdickere, lange, ästige, aufsen heilgraue, runzliche, innenweifse, fleischige, oder in reiferem Alter holzige Wurzel,weiche mehrere 6 — 12 Fufs hohe, unten öfters iingersdicke,
*) AXSatveu ich heile, aXSvjtit, heilsam, helfend, o AkSrot, der Helfer, Arzt