Malvaceae.
1863
Mit Wasser vermischt, ist es ein trefflicher Linctus für Schwindsüchtige;auch bereitet man mit Zucker einen Syrup daraus. Die Rinde der Früchtewird in Aegypten gegen hartnackige Ruhren gebraucht. Die pulverisirtenBlätter mengen die Neger als Arznei unter ihre Speisen. Man sehe: Surl'efficacite du fruit da Baobab dans la dyssenterie, par le Dr. Louis Frank.Journal compl. du Dict. des Sciences medical. Vol. XII. p. 'dy5.
Familie: MALVACEAE Jussieu.Malvaceen.
Eine sehr ausgezeichnete Familie von kraulartigen Pflan-zen, Sträuchen! oder Bäumen, die sich in grofser Anzahlzwischen den Wendekreisen und in den Ländern finden, diediesen zunächst liegen5 immer mehr nehmen sie an Zahl ab,je weiter sie von diesen sich entfernen, so dafs in der kaltenZone deren gar keine mehr vorkommen. Die Blätter stehenabwechselnd, sie sind mehr oder weniger gelappt, oft gleichden Stengeln, mit sternförmigen Haaren bedeckt und mit Af-terblättchen versehen. Die Blumenstiele, meistens aus denBlattwinkeln sich entwickelnd, tragen die Blumen einzeln,oft in Büscheln, Dolden- oder Afterdolden u. s. w. geordnet.Der stehenbleibende Kelch ist in fünf, seltner drei oder vierSegmente gespalten und oft mit Deckblättchen oder einemzweiten Kelche versehen. Die Corolle besteht aus fünf unterdem Fruchtknoten befestigten, gleich an der Basis mit derStaubfadenröhre verwachsenen Blumenblättern. ZahlreicheFilamente sind nach unten zu einem Bündel (AndrophoriumMirbel) verwachsen; ihre Staubbeutel sind nierenförmig undeinfächerich. Der freie, drei- und selbst vielfächeriche Frucht-knoten trägt eben so viel oder die doppelte Zahl bisweilenunten verbundene Griffel als Fächer sind, und jeder Griffelträgt seine Narbe. Nach der primitiven Structur der Carpi-dien, aus denen der Fruchtknoten zusammengesetzt ist, mo-dificirt sich wie immer, so auch hier die reife Frueht; bis-weilen sind die Carpellen um eine Mittelachse kreisförmiggeordnet, oder kopfförmig verbunden, oder sie bilden durchVerwachsung eine vielfächerige Kapsel, die sich mit eben soviel Klappen öffnet, als einsaamige oder vielsaamige FächerVorhanden sind; zuweilen öffnen sich die CarpeÜen nur anihrer inneren Seite. Die äufsere Decke oder Hülle der Saa-ffien ist zuweilen mit wolligen Haaren überzogen 5 gewöhn-lich mangelt das Eiweifs, der Embryo ist gerade, mit cylin-drischem, nach dem Nabel gerichtetem Würzelchen und blatt-artigen, oft herzförmigen, doppelt gefalteten Cotyledonen.
Von den Büttneriaceen unterscheiden sich die Malvaceenhauptsächlich durch einfächerige (nicht zweifächerige) Staub-beutel, von den Bombaceen durch den einfachen (nicht inehr-getheilten ) Staubfadenbündel.