Sterculiaceae.
1861
breiten Karben und hinterläl'st eine dreiklappige Kapsel, die in jedem ihrerdrei Fächer einen Saamcn enthält. Die Binde wird in Ostindien zu den-selben Zwecken benutzt, wie in Westindien die der vorigen Art
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Aus der den Büttneriaceen sehr nahe verwandten Gruppeder Sterculiaceae Kunth haben wir nur wenige Artenkurz anzuführen;
Cavalliuin urens Schott, Sterculia urens Roxburgh. Ein aufden gebirgigen Tbälcrn der Huste von Cororaandel und in Hindostan wach-sender, grofser und starker Baum, mit hell aschgrauer Rinde, die nochgleichsam wie mit einer mehlartigen Substanz überzogen erscheint. DieBlatter stehen an der Spitze der Zweige abwechselnd, sie sind gestielt,'fünflappig, von fünf Hauptrippen durchzogen, ihre Segmente zugespitzt,aild gleich den Stielen weich behaart. Die zahlreichen Ideinen, Rispenbildenden gelben Blumen, sind theils Zwitter, theils männlich in derselbenRispe, ihre Stiele sind mit einem klebrigen gelben, bestäubten Filze über-zogen und mit Bracteen besetzt. Der Kelch ist fünflappig, glockenförmig;die Corolle mangelt; die zehn Staubfäden sind zu einem'Bündel verwach-sen und abwechselnd länger. Der fünflappige Fruchtknoten trägt eineneinfachen Griffel mit fünftheiliger Narbe und hinterläfst fünf lederartigeBalgkapseln, die mit einem gelben Filze und fielen steifen, stechendenHaaren besetzt 3 — 6 Saamen enthalten. Aus diesem Baume schwitzt eindem Traganth äufserst ähnliches Gummi, das auch nach England ausge-führt wird. Man vergleiche, was deshalb oben pag. io83 bei Sassa oderPseudotragacantha gesagt wurde.
Southwellia Tragacantha Schott. Sterculia Tragacantha Lind-lej'. Ein in Sierra Leona einheimischer Baum, dessen Aeste und Zweigefnit einem rostfarbenen Filze überzogen sind. Die Blätter stehen abwech-selnd, sie sind gestielt, länglich, zugespitzt, an der Basis zugerundet, amRande ganz, nur an der Spitze zwei- oder dreispaltig, oben glatt, untengleich den Blattstielen, mit einem sternförmigen Filze bedeckt. Die Blu-men entwickeln sich aus den Blattwinkeln in dicht filzigen Rispen. DerReich ist glockenförmig, fünftheilig , mit rothbräunlichem Filze überzogen,die Segmente an der Spitze glänzend und zusammenhängend. Die männ-lichen haben eine cylindrische in den Kelch eingeschlossene Staubfaden-röbre, mit an der Spitze freien und in unregelmäfsige Haufen getheiltenFilamenten Die Zwitterblumcn haben eine ähnliche Staubfädenröhre, miti5— 3o sitzenden Staubbeuteln, die in eine einfache Reihe geordnet sind.Die verwachsenen FruchtknoteD haben gekrümmte Griffel mit schildför-migen Narben, und hinterlassen sitzende Balgkapseln, welche nur wenigeSaamen enthalten. Wenn der Baum verwundet wird , so schwitzt er reich-lich ein dem gewöhnlichen Traganthe der Apotheken ähnliches Gummi aus.
Sterculia acuminata Palisot de Beauvois. Gourunufsbaum.Ein im mittleren Afrika wild wachsender Baum von mittlerer Gröt'se, mitlänggestielten, zugespitzten ovalen Blättern. Die Blumen stehen in denBlattwinkeln , sie haben einen sechstheiligen Kelch, fünfblättrige gelbe Co-rolle und 10—20 Staubbeutel. Die Frucht ist eine in fünf oval-nieren«förmige Fächer eingetheille Nufs; in jedem Fache befindet sich ein Saamevon der Form einer Kastanie und fleischiger Consistenz; die Epidermis istrothblau, das innere Parenchym dunkelviolett. Diese Nüsse sind unterdem Namen Kola oder Gola bekannt, und dienen zu Sierra Leone stattder cursirenden Münze, wie einst in Mexiko die Saamen des Cacaobaums.Die Gourunüsse dienen den Negern am Benin Congo , an den Ufern desNiger und überhaupt im Innern von Afrika als ein Kaumittel, wie derBetel im südlichen Asien; sie verbreiten auf der ganzen Oberfläche des
Geigers Pharmaeie II. 2. (a<e Aufl.) 111
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