1858
Büttneriaceae.
angenehmen gewürzhaften Geruch. Der Geschmack ist an-genehm, milde, aromatisch, bitterlich, ölig. Die feineren Sor-ten schmecken angenehmer, die geringeren mehr bitter undherb. Spanische und amerikanische Kaufleute behaupten, dalsje älter der Cacao werde, um so mehr verfeinere sich derGeschmack (Brandes pharmaceut. Zeitung Bd. 2. pag. 15.),auch französische Droguisten glauben diesen Umstand zumalan Cacao Caraque wahrgenommen zu haben. (Daselbst Bd. 9.pag. 1-4-1.) Der kalte, verdünnte, kaum bräunlich gefärbte,wässerige Auszug der geschälten Saamen schmeckt bitter undetwas aromatisch, von salzsaurem Eisenoxyd wird er starkschmutzig-grünlichgrau gefällt, Gallustinctur läfst ihn unver-ändert. Den Auszug der Schalen färbt salzsaures Eisenoxydolivengrün.
Vorwaltende Bestandteile: fettes Oel, Cacao-Oel oder Butter (Oleum seu Butyrum Cacao), über dessen Ei-genschaften oder Bereitungsart der erste Band nachzusehen ist,sodann bittrer Extractivstoff mit etwas Aroma (?[). JN'achSchrader bestehen die Cacaobohnen aus festem fettem Oel,einem der Kaffeesabstanz (T) ähnlichen Stoff und Faser. NachLampadius enthalten die Cacaosaamen festes fettes Oel 53 pCt.,eiweifsartiges Cacao-Braun 16,70. Stärkemehl 10, Schleim 7,rothen bittern Extractivstoff oder Cacaoroth 2, welche Bestand-teile in den verschiedenen Sorten in verschiedenem quantita-tivem Verhältnisse sich vorfinden.
Fein geriebene Cacaobohnen zeigen mit und ohne Zuckernach dem Erkalten elektrische Funken.
Die Güte der Cacaobohnen ist hauptsächlich nach ihrervollständigen Reife und guter Erhaltung zu beurtheilen. Grofsevolle Bohnen mit glänzend-braunem öligem Kerne von ange-nehm bitterlichem Geschmacke werden für die besten gehal-ten und am theuersten bezahlt, sind aber zum Gebrauche fürmanche Kranke nicht immer die geeignetsten. Kleine, mode-rige , schimmlige oder feuchte und sonst verdorbene Cacaoboh-nen sind jedenfalls zu verwerfen.
Theobroraa bico 1 or Humboldt. Zweifarbiger Cacao.Ein in Neu-Granada wachsender, dem vorhergehenden ähn-licher Baum, mit schief herzförmig-länglichen, zugespitzten,ganzrandigen, an der Basis siebennervigen, unten -ehr feinweifsfilzigen Blättern, kleinen rothen Blumen und grofsen me-lonenartigen, rundlich-eiförmigen, gefurchten und grubigen,seidenartig behaarten Früchten mit grofsen länglich-eiförmigen,zusammengedrückten Saamen, die, wie schon oben bemerktwurde, dem Caracas-Cacao öfters beigemischt vorkommen;es soll jedoch die daraus bereitete Chocolade nicht so ange-nehm seyn. Das gelbe Fleisch der Früchte ist sehr wohl-schmeckend und die harte zähe Schale benutzt man zu Tassen,Becken u. & w.