Coriarieae. •
die mit gekrümmten stechenden Spitzen versehen sind; die zahlreichenBlumenblätter haben eine schön hell violeltblaue Farbe. Die Narbe istconcav und aus 6 — 8 vielfach geherbten Strahlen gebildet. Die Fruchthat die Gröfse einer Orange, ist von den verwelkten Blumen- und Kelch-blättern bedeckt und enthält in 6—8 Fächern viele mehlige, von einerfleischigen rosenrothen Hülle umgebene Saamen. Die Aerzte in Hindostanhalten sehr viel auf die stärkenden und restaurirenden Kräfte dieser Pflanze,als ein Mittel gegen Saamenflufs u. s. w.
Victoria regina Gray. Euryale amazonica Pöppig, von diesemin den stillstehenden Seitenarmen des Amazonenstromes unfern Ega ent-deckt , und auch von dem dänischen Naturforscher Schoinburgh im brit-ischen Gujana (Rio Berbice) beobachtet, wurde zu Ehren der Bönigin vonEngland benannt ; diese schöne Seerose hat 6 Ful's breite präsentirteller-förmige Blätter, die unten vom schönsten Carmoisinroth sind. Der Belchbesteht aus vier Blättern, deren jedes 7 Zoll lang ist, und einen Schuh imDurchmesser hat. Innerhalb desselben stehen Hunderte von weifsen undMafsrothen Blumenblättern. Die Bliithe sitzt auf einem fingerdicken, stach-lichen Stiel. Man sehe Flora oder botanische Zeitung. i838. Bd. 1. p. i3q.Nach einer andern Nachricht sind die Blätter 18 Fufs lang und die Blumenhaben 4 Ful's im Umfang. Trousseau Lebaudy et Gouraud Journal destonnaissances medico-chirurgicales. Janvier i838 pag. 29
Aus der den Nyniphaeaceen äufserst nahe verwandtenGruppe der Nelumboneae Decand, ist nur eine Art kurz»u erwähnen.
Nelumbium speciosum Willdenow oder Nymphaea Nelumbo L.Eine in den stehenden Wässern des mittleren und südlichen Asiens einhei-mische Pflanze mit dicker knotiger weifser Wurzel. Die Blätter sind fastkreisrund, 1—2 Fufs breit, dick, glänzend, gefaltet, ihre langen Stielemit rauhen Warzen besetzt. Ihre grofsen, sehr schön rosenrothen, bis-weilen aber auch auf verschiedene andere Art gefärbten Blumen habeneinen lieblichen anis- und zimmtartigen Geruch. Die Früchte sind läng-lich, schwarz, umgekehrt-konisch abgestutzt, oben mit tiefen Gruben ver-sehen, in denen die Saamen eingesenkt liegen Diese Saamen, welchendas Eiweifs mangelt, waren ehedem unter dem Namen der ägyptischenBohnen bekannt, und wurden auch vielfältig von den Aerzten benutzt.Man sehe Arzneimittel des Hippokrates pag. 20. Uebcr die Wichtigkeitdieses Gewächses für den Cultus der alten Völker vergl. Flora mytholo-gica pag. 75.
Die Gruppe der Cabombeae Richard enthält keinebei uns gebräuchliche Arzneipflanzen.
Aus der kleinen Gruppe der Coriarieae Decandollehaben wir nur zwei Arten kurz anzuführen.
Coriaria myrtifolia L. .Myrtenblätteriger Gerberstraucb, in dieDioecia Decandria gehörend- (Düsseid. Samml. Suppl. i. tab. 14. Ein imsüdlichen Europa und nördlichen Afrika einheimischer, 3 — 6 Fufs hoher,aufrecht sparriger Strauch, mit gegen über stehenden Zweigen, hellbrau»aer zerrissener Binde, gegen über stehenden, gestielten , oval-lanzettför-ecn, 1 — 2 Zoll langen und 3—9 Linien breiten, ganzrandigen , glatten,dreifach nervigen, lederartigen, denen der Myrte ähnlichen Blättern. DieBÜithen stehen am Ende der Zweige in abgekürzten, einfachen Trauben;