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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1818
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1818

Simarubaceae.

sie sind klein, grünlich und bestehen aus einem doppelten zehnspaltigenKelch, ohne Corolle, meistens sind sie diclinisch. Die Frucht ist beeren-artig, aus den fleischig gewordenen innern Kelchblättchen gebildet undenthält fünf nierenförmige Nüfschen. Alle Theile dieses Strauchs, zumalBlätter und Früchte sind narkotisch giftig. Die Blätter riechen widerlichund schmeclien adstringirend. In Paris verfälschte man die Sennesblätterdamit, wodurch auf den Gebrauch Vergiftungszufälle sich zeigten. (Sieheoben pag. 1129.)

Nach Peschier enthalten die Blätter: ein fettes in Weingeist löslichesOel, Harz, ein cigenthümliches Alhaloid, einen gelben extractiven FärbStoff, Gummi, Gerbestoff, Chlorophyll, freie Gallussäure und galhissauresKali, aber alle diese Bestandtheilc sind nach ihm ganz unschädlich. (Tromms-dorfPs Journal XVI. 2. p. 65.) Herr Professor Meyer in Bonn zeigte je-doch durch mehrere Versuche, dafs die Coriaria allerdings "sehr giftigeEigenschaften besitzt, und zumal fleischfressende Thiere unter den heftig-sten Convulsionen tödtet *). Bei dem Verdacht einer so gefährlichen Zu-mischung zu den Sennesblättern, die immerhin durch ihre dicken und star-ken Nerven zu erkennen seyn werden, räth Nees an, solche auszulesenund mit heilsem destillirtem Wasser zu übergiefsen. Das Infusum derBlätter der Coriaria ist kaum gelblich gefärbt, gibt mit salzsaurem Eisenoxyd einen reichlichen schwarzblauen Niederschlag und färbt die verdünnteGoldlösung purpurroth, wodurch sich die Coriaria mit ihrem bedeutendenGehalt an Gerbestoff von den ächten Sennesblättern, die kaum eine Spurdes eisengrünenden Gerbestoffs enthalten, leicht wird unterscheiden lassen.

Coriaria sarmentosa Forster, ein in Neu-Seeland einheimischerniederliegender Strauch, mit kurz gestielten, oval-herzförmigen, zugespitz-ten, von fünf Kippen durchzogenen Blättern, und in langen achselständigennickenden Trauben stehenden Blumen. In seinem Vaterlande heilst erTopokiki oder Tutu und seine Früchte sind ebenfalls giftig, indem siein bestimmter Menge genossen binnen 36 Stunden unter Convulsionen töd-ten. Man sehe Pharm. Centralbl. i83g. pag. 159.

Familie.' SIMARUBACEAE Richard.

Simarubaceen.

Es sind Bäume oder Sträucher, die vorzugsweise denTropenländern, zumal der westlichen Hemisphäre angehören.Die Blätter sind gewöhnlich zusammengesetzt, seltner ein-fach, nicht punktirt und ohne Blattansätze; sie stehen ab-wechselnd, in ihren Winkeln oder am Ende der Zweige ent-wickeln sich die Blumenstiele in Trauben, Dolden oder Ris-pen. Die Blumen sind regelmäfsige Zwitter, nur selten ge-trennten Geschlechtes. Der Kelch ist in vier oder fünf Seg-mente getheilt, in gleicher Zahl finden sich die Blumenblätter,ausgebreitet oder röhrenartig' vereinigt, in der Knospe sindsie spiralförmig gewunden. Für jedes Blumenblatt sind zweiStaubfäden vorhanden, die auf dem Rücken einer bodenstän-digen Schuppe befestigt sind. Auf einer eignen kurzen Un-terlage ruht der \ier- oder fünflappige, und in eben so viele

*) Man sehe Hufdand's Journal der praktischen Heilkunde. April 1829 p. 43 81. Magazin für Pharm. Bd 28. pag. 23o.